Apr 152014
 
onenote

Schauen wir mal …

Ich freue mich immer, wenn Leser bereit sind, über Ihre Erfahrungen in Form eines Artikels zu berichten. Heutiger Gastautor: Michael Lanzinger.

Evernote versus OneNote

Bekannt ist mir OneNote schon länger als Evernote. Ich hab es eher durch Zufall auf meinem ersten (und letzten) PC-Laptop entdeckt und es dort intensiv zu nutzen begonnen. Es war die Zeit vor einem iPhone und vor Diensten wie Dropbox, eine Synchronisation-Funktion also für mich damals noch nicht notwendig. Mir ging es einzig darum ein besseres Werkzeug zu haben als zahllose Word-Dokumente, um meine Ideen festzuhalten. Dass man die Texte und auch Bilder wie auf einem Whiteboard anordnen konnte und dann auch noch verlinken, war für mich umso praktischer.

Dann habe ich mich für Apple entschieden. Zuerst kam das iPad, dann das iPhone und schließlich ein MacBook Air ins Haus. Nicht dass mir mein PC-Laptop nicht mehr gefällt, ganz im Gegenteil, ich nutze ihn auch jetzt noch, aber mit einem MacBook kann er einfach nicht mithalten.

Und da es OneNote erst seit jüngster Zeit auch für den Mac gibt, fand ich zwar die entsprechenden mobilen Apps für die PC-Version, doch diese lies sich (noch) nicht synchronisieren. Eine Alternative musste her und ich kam zu Evernote. Vielleicht nicht die erste Wahl, aber dennoch Liebe auf den ersten Blick und mit Funktionen, die das damalige OneNote bei Weitem überstiegen, schon alleine wegen der Sync-Funktion.

Der “grüne Elefant” wurde als auf meinen Geräten heimisch und je mehr korrespondierende Apps bzw. Programme sowie Funktionen zu Evernote erschienen, desto intensiver wurde die Nutzung. Nun ist Evernote das Tool, welches ich beruflich und privat primär verwende, wenn es darum geht Notizen zu machen. Meine Notizen aus OneNote wurden nach dem Umstieg gewissermaßen digital eingelagert und – mehr schlecht als recht – in Evernote übertragen.

Doch nun hat sich alles geändert, meine “Ex” OneNote ist zurück, gratis und für alle Plattformen. Überdies wird derzeit offenbar von Microsoft (primär) daran gearbeitet, alle Funktionen nachzubilden, die uns Evernote so unverzichtbar gemacht haben. Schon liest man von einer Anbindung an Lifescribe und Doxie sowie von einer Mail-to-OneNote-Funktion.

Ist also Evernote in Gefahr? Hier ein kleiner Überblick was OneNote auch/mehr/weniger kann als Evernote, allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit (und dem Hinweis, dass dieser Artikel in Evernote verfasst wurde):

OneNote Reboot

OneNote kam 2003 auf den Markt als Teil von Microsoft Office. Ich selbst nenne noch die Version aus 2007 mein Eigen, die sich als mitgelieferte Software auf meinem Windows-Vista-Laptop befand. Wie erwähnt, damals noch nicht zur Synchronisation geeignet, weswegen ich mich schnell damit begnügt habe, die Dateien zumindest als Backup in Dropbox zu sichern.

Mit der Version aus 2010 kam dann erstmals die Möglichkeit der Synchronisierung, allerdings vorerst nur für Windows und dann zumindest auch mittels Apps für iOS-Geräte.

Doch die Version 2013 macht einen Reboot und (fast) alles neu. Nun steht OneNote nicht mehr als kostenpflichtiger Teil der Office Suite zur Verfügung, sondern als kostenlose PC- und Mobile App für Mac OS, iOS, Android und Windows, natürlich mit Sync-Funktion über alle Plattformen hinweg.

Und überdies arbeitet man bei Microsoft offenbar derzeit eben schwer daran, ja auch alle Funktionen, die wir bei Evernote kennen und lieben auch in OneNote zugänglich zu machen. Derzeit sind so bereits folgende Funktionen vorhanden:

  • Mail to OneNote: Kennt man nicht nur von Evernote schon längere Zeit, sondern auch von Services wie Pocket oder Dropbox.
  • Lifescribe: Ebenfalls seit dem Lifescribe WiFi-Stift hinlänglich bekannt
  • IFTTT: Zugegeben, IFTTT wartet mit allen möglichen Recipies auf, sodass auch Evernote nur einen Teilaspekt bildet, aber dennoch darf OneNote nicht fehlen
  • Doxie-Scanner: Wie auch bei Evernote bietet Doxie die Möglichkeit die gescannten Dokumente als Notizen in OneNote zu erfassen
  • Feedly: Nach dem ‘Tod’ des Google Readers ist Feedly der neue strahlende Stern am RSS-Himmel, wodurch eine Integration von OneNote nur eine Frage der Zeit sein konnte. Wie auch bei Evernote benötigt man die Pro-Edition, um dieses Feature zu nutzen
  • Mod Notebooks: Nachdem dieser Service mit seinem (gecancelten) Kickstarter für einiges Aufsehen gesorgt hat, steht er nun im neuen Gewand für Evernote, Dropbox und OneNote zur Verfügung

Darüber hinaus bietet OneNote nach eigener Information noch folgende Features:

  • OneNote Clipper als Verwandter des Evernote Web Clippers
  • Office Lense, eine Capture-Funktion für Dokumente und Whiteboards, die an die Dokument-Kamera der Evernote-Apps bzw Whitelines Link erinnert. Funktioniert primär mit dem Windows Phone wurde aber offenbar in alle Updates der App eingefügt

Darüber hinaus noch das Versprechen von Microsoft weitere Features zugänglich zu machen. Kurzum, OneNote versucht aufzuholen.

Was Evernote besser macht als OneNote

Ungeachtet der Ankündigungen und bereits vorhandenen Funktionen hat Evernote zweifelsohne den Rüssel noch vorne. Dies liegt jedoch primär daran, dass das Reboot noch jungen Datums ist.

Der klare Vorteil von Evernote liegt einerseits darin, dass es (derzeit) noch mehr Features bildet, wie etwa die Möglichkeit von Remindern und andererseits, dass es breiter aufgestellt ist. Während nämlich OneNote bisher von Microsoft quasi ins eigene Software-Gefängnis gesperrt wurde, setzte Evernote als unabhängiges Start-up von Beginn an auf Zusammenarbeit mit Dritten. So finden sich in den App-Stores nicht nur viele parallel verwendbare Apps sondern darüber hinaus wird auch mehr und mehr die Brücke zu analogen Werkzeugen geschlagen. Whitelines Link und die Evernote Smartbooks von Moleskine sind nur einige Beispiele dafür.

Und Evernote versucht auch auf anderen Geräten als Computer, Tablets und Smartphones verfügbar zu sein. Etwa auf dem Boogie Board, dem angekündigten Google Glass oder der Pebble Smartwatch.

Und selbst von der Usability macht Evernote derzeit mehr richtig als OneNote. Denn was wirklich stört bei OneNote lässt sich gut unter den Begriff ‘Edition Wars’ zusammenfassen. Wer erst mit der 2013er-Version einsteigt hat dieses Problem sicher nicht, aber ich habe versucht meine Notizen aus OneNote 2007 in die neue Version zu importieren. Bei Evernote hatte ich dieses primär von Microsoft bekannte Problem nicht. Und selbst im Web lässt sich darauf nur schwer eine Antwort finden, viel häufiger ist der Hinweise, welches Notiz-Dateiformat mit welcher Version nicht funktioniert. Bis jetzt hat es noch nicht geklappt, man fühlt sich hier deutlich an die Komplikationen von Windows erinnert, während mich Evernote in seiner Einfachheit an Apple denken lässt. Backward-Compatbility sieht anders aus!

Überdies wird für OneNote ein Microsoft-Account benötigt. Zwar stört dies zumindest mich, als Eigentümer eines (kompatiblen) Hotmail-Accounts nicht weiter, aber dennoch, wer seine Account-Daten eher getrennt halten möchte, der könnte sich hieran stören. Andererseits ist man dadurch bei OneNote breiter aufgestellt als bei Evernote.

Eine Online-Nutzung von OneNote ist natürlich möglich, wenngleich diese weniger ausgefeilt erscheint als bei Evernote. Offenbar setzt man hier eher auf das Erfassen kurzer Notizen bzw das bloße Lesen selbiger direkt im Web.

Was OneNote besser macht als Evernote

Die Bearbeitung und das Anlegen von Inhalten in OneNote gleicht weitgehend dem von Evernote, die Unterschiede erscheinen allenfalls kosmetisch, bedingt durch die andere Benutzer-Oberfläche.

Und genau bei der Benutzer-Oberfläche weist OneNote für mich einen Vorteil auf, den ich bei Evernote so bisher vergeblich gesucht habe, die Ausgestaltung als Whiteboard. In Word gibt es Seiten, in Excel Tabellen. OneNote will keines von beiden sein oder nachbilden.

Man kann alle Inhalte, also ganze Dokumente, Text, Bilder, Grafiken etc. in OneNote einfügen, aber eben nicht strikt untereinander sondern nach der Art eines Whiteboards wie man dies gerne möchte. Gerade Text lassen sich schön in Textfelder schreiben, die dann beliebig verschoben werden können und auch mit Pfeilen verbunden werden können. Aus dem Brainstorming wird in OneNote also kein traditionelles Protokoll, sondern vielmehr eine Art von Mindmap.

Eine Vernetzung zwischen den Notizbüchern, Abschnitten und Seiten lässt sich problemlos mit internen Links erzielen. Und auch hier eine Funktion, die ich bei Evernote nicht kenne, die Verlinkung von Abschnitten. Hier kann man innerhalb einer Notizseite eine Art Inhaltsverzeichnis erstellen, die an den Aufbau von Wikipedia-Pages erinnert. Das ist vor allem dann praktisch, wenn die Notiz selbst über eine gewisse Länge verfügt, etwa bei Seminar-Mitschriften.

Evernote hingegen bleibt hier deutlich traditioneller, was allerdings kein Nachteil sein muss. Aber trotzdem vermisse ich die Möglichkeit solche ‘Ideen-Whiteboards’ in Evernote zu erstellen. Natürlich, es gibt noch immer die Möglichkeit überhaupt ein Mindmapping-Programm für ein solches Unterfangen zu nutzen und dann als Bild, PDF oder Datei zu importieren, aber dasselbe ist es eben nicht. An dieser Stelle also auch gleich mein Wunsch an die Evernote-Devs nach mehr ‘Whiteboarding’ und ‘Mindmapping’ in der Software.

Neben dem ‘Whiteboard-Vorteil’ ist OneNote etwas anders strukturiert als Evernote. Zwar gibt es auch Notizbücher und einzelne Notizseiten, aber zusätzlich dazu existieren noch Abschnitte, den Kartonteilern in Ordnern nachempfunden. Dies ist ganz praktisch, geht mir jedoch bei Evernote nicht unbedingt ab.

Ein weiterer Vorteil oder zumindest eine höchst konkurrenzfähige Entwicklung kündigt sich aber derzeit bereits an. Denn auch wenn Evernote eine gute Kompatibilität aufweist, so hat doch OneNote klar den Vorteil der ‘Familienzugehörigkeit’ bei den Microsoft-Office-Produkten. Von daher steht es zu erwarten, dass OneNote nun im Tablet-Bereich mit Word & Co interagieren kann. Apple steht ja der Herausforderung, seine iWork-Suite gegenüber dem kommenden Office für iPhone & iPad gleichauf zu halten und Evernote wird es hier deutlich schwerer haben.

Fazit

Evernote ist aus jetziger Sicht deutlich breiter aufgestellt als der aufsteigende Stern OneNote. Aber die Schritte die Microsoft in Zusammenhang mit ihrem Notizprogramm gesetzt haben kann man schon fast als eine Kampfansage verstehen. Zwar hat OneNote natürlich noch einigen Aufholbedarf, der aber sicherlich zu meistern ist.

Insgesamt sehe ich diese Entwicklung aber durchaus positiv und betrachte den potentiellen Konkurrenzkampf als Ansporn für beide Parteien mit ihren Produkten in neuen Bahnen zu denken. Wer weiß, was uns als User das in Zukunft noch bringen wird.

Ein großer Vorteil für beide Programme wäre sicherlich noch die Möglichkeit, handschriftliche Notizen in Maschinenschrift umzuwandeln und dadurch dem Paperless Office einen großen Schritt näher zu kommen. Fraglich, wer diese Hürde als erster nimmt.

Interessant wird jedenfalls auch die Frage der übergreifenden Synchronisation. Oder anders gesagt, wird es in Zukunft vielleicht sogar eine Möglichkeit geben – eventuell über Software bzw Apps von Drittanbietern – überhaupt Notizen über beide Programme zu teilen und zu bearbeiten?

Bis dahin und darüber hinaus bleiben die Geschmäcker natürlich verschieden und ich persönlich gedenke, den Versuch einer Menage á trois zu wagen und zu versuchen, sowohl Evernote weiter als auch OneNote wieder zu nutzen … sobald ich den Notizimport geschafft habe.

 Michael Lanzinger [E-Mail]

 
Apr 132014
 
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Pocket als E-Book

Viele Evernote-Anwender nutzen ja den “Später-lesen-Dienst” Pocket, um Webseiten zu archivieren und einzelne Pocket-Artikel an Evernote zu übergeben. Wenn man möchte, kann man aber auch mit ein paar Klicks aus seinem gesamten Pocket-Archiv von Zeit zu Zeit ein E-Book erstellen, z. B. im PDF- oder ePub-Format – und dieses in einer Evernote-Notiz zum bequemen Durchblättern aufheben. Das hat gleichzeitig den Vorteil, dass man Pocket “aufräumen” und dort alle Artikel löschen kann, was wiederum die Übersichtlichkeit erhöht. Denn das erzeugte E-Book erhält automatisch ein Inhaltsverzeichnis der einzelnen Artikel, so dass man die Beiträge rasch findet und dazu nicht auf die Pocket-App zugreifen muss. So könnte man sich z. B. alle 3 Monate ein “Pocket-E-Book” generieren, etwa nach dem Muster “2014 – Quartal 1″, “2014 – Quartal 2″ usw. Das für diesen Prozess notwendige Tool haben ohnehin schon viele Anwender auf ihrer Festplatte: Calibre.

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Pocket hinzufügen

Calibre bringt von Haus aus bereits einen “Pocket-Konverter” mit, der ist allerdings recht versteckt. Hat man ihn einmal entdeckt, muss man nur seine Account-Daten eingeben – nach wenigen Sekunden ist das Buch fertig. So wird es gemacht:

1. Menüpunkt “Nachrichten abrufen”.
2. “Neue individuelle Nachrichtenquelle hinzufügen”.
3. “Vorgegebenes Schema anpassen”.
4. Aus der umfangreichen Liste “Pocket [und]” wählen.
5. Fenster schließen.

Dieser Teil 1 muss nur einmal eingerichtet werden. Jetzt zu Teil 2:

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Archiv abrufen

1. Menüpunkt “Nachrichten abrufen”.
2. “Angepasst” aufklappen, dort “Pocket” wählen.
3. Account-Daten eintragen.
4. “Jetzt herunterladen”

Ein paar Sekunden warten – fertig ist das E-Book, das man z. B. in iBooks bequem auf dem mobilen Gerät lesen kann. Oder man wandelt es für den Kindle um usw. Calibre liefert, wie gesagt, direkt das Inhaltsverzeichnis mit, dafür ist also kein zusätzlicher Schritt notwendig. Wer übrigens noch unter iOS einen sehr guten, umfangreichen und zudem kostenlosen Reader sucht (bei Android kenne ich mich ja leider nicht so gut aus), der sollte mal einen Blick auf Marvin werfen. Marvin hat sogar seinerseits ein Calibre-Export-Format, mit dem man Annotationen, Lesezeichen, Bücherlisten usw. an das Tool übergeben kann.

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Inhaltsverzeichnis in iBooks

 

 
Mrz 282014
 
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rasche Auswahl

Seit heute ist das ein weiteres (Prerelease-)Update für die Windows-Desktop-Version erhältlich . Über die neuen Funktionen, die darin enthalten sind – z. B. der Button für Inhaltsverzeichnisse – habe ich ja bereits in den letzten Wochen berichtet. Aber eine Kleinigkeit ist ganz neu – und im Alltag ausgesprochen nützlich: Wenn man bei der Auswahl “Notizbücher” die übliche Liste aufklappt, so werden jetzt an erster Stelle die Notizbücher aufgeführt, die man zuletzt verwendet hat [1]. Man muss also nicht mehr in einer eventuell langen Notizbuch-Liste scrollen (eine Teilnehmerin in unserer Google+ Gruppe organisiert ihre Notizen in über 200 Notizbüchern).

Die Sache ist vor allem für rasche Verschiebe-Vorgänge nützlich. Will ich also eine Notiz in ein anderes Notizbuch einordnen, wird dieser Weg dadurch abgekürzt. Die “Kürzlich-Rubrik” ist auch in der mittleren Spalte vorhanden, so dass man rascher nach Notizbüchern filtern kann.

[1] Wenn ich mich recht entsinne, ist das auch bei iOS-Evernote seit dem letzten Update so.

 
Mrz 282014
 
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kann viel

Unter den Feedreadern, die per Browser lesbar sind, dürfte Feedly ganz vorne stehen. Für Evernote-Anwender, die gerne einzelne Artikel in ihrem Archiv aufbewahren möchten, hat er allerdings einen entscheidenden Nachteil: für die direkte Evernote-Übergabe ist die Pro-Version erforderlich – und die kostet 45 Dollar im Jahr. Nun kann man zwar über Umwege – Mail-Versand, speichern in Pocket oder den IFTTT-Dienst – kostenlose Lösungen finden, aber die sind nur bedingt befriedigend. Denn auch eine so wichtige Funktion wie die Suche bedarf des Pro-Accounts.

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Evernote on Board

Daher lohnt es sich vielleicht, einen Blick auf den ausgezeichneten InoReader mit seiner deutschprachigen Benutzeroberfläche zu werfen, denn bei dem ist Evernote dabei … und Pocket … und die Suche über alle Artikel … und Tastenkürzel … und – na, halt eine Menge Funktionen. Die Ansichten lassen sich nach vielen Kriterien einstellen: Ob eher nüchtern und tabellenartig, kontrastreich, mit Tastenbedienungen usw. Zu viel, um alles aufzuzählen, aber hier geht es ja vor allem um die Möglichkeiten der Evernote-Schnittstelle.

Was InoReader ähnlich wie Feedly Pro macht: Wenn man einen Artikel an Evernote sendet, erhält das Evernote-Notizblatt das Schlagwort, das man im Reader vergeben hat. Man kann aber auch in InoReader eine Liste seiner Evernote-Notizbücher aufrufen und an Ort und Stelle die Einordnung vornehmen. Besonders interessant: Für die

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eigener Ordner für Evernote

Dienste, mit denen man teilt – wie Evernote und Pocket – werden eigene Ordner angelegt. Klickt man also irgendwo in seinen Feeds auf den Elefanenkopf, wird nicht nur der Artikel an Evernote übergeben – es entsteht auch eine Liste aller Einzelartikel, die man an Evernote verschickt hat.

Besonders ausgefuchst sind die Möglichkeiten, Regeln zu erstellen (ähnlich der Weiterleitungsregeln, die man von Mailprogrammen kennt). So könnte man die Regel definieren, dass neue Artikel, die im Titel das Wort “Evernote” aufweisen und/oder im Text den Begriff “Dokumentenmanagement” automatisch ein Schlagwort zugewiesen bekommen (z. B. “später lesen”). Sichtet man später die Resultate und möchte den ein oder anderen Beitrag in Evernote archivieren, so ist bereits das passende Schlagwort vergeben.

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Regeln lassen sich definieren

Weiterhin gibt es noch eine Android-App dazu – und eine kleine Einschränkung muss man machen. Auch bei InoReader gibt es Pro-Versionen gegen Geld, allerdings fürfte die kostenlose Variante zumindest allen Anwendern ausreichen, die einer “ungelesene-Artikel-Anzahl” von 1.000 zufrieden sind, danach geht es für 30 und 50 Dollar Jahresbeitrag weitere Funktionen.

//Edit: gerade bei meinem iPad-Lieblingsreader “Mr. Reader” nachgeschaut – auch der lässt sich mit InoReader synchronisieren!

 
Mrz 262014
 
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Button einblenden

Bei Evernote-Desktop klicke ich wahrscheinlich am häufigsten auf den Button “Alle Notizen”. Hauptsächlich, um mit einem Klick all meine Filter und Suchvorgänge “auszuschalten” oder um aus verzweigten Notizbüchern auf die Hauptansicht zu springen.

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am gleichen Tag

Dieser Button hat aber einen weiteren nützliche Effekt. Nehmen wir an, die Suche “Cover-Entwurf” zeigt mir eine Reihe von Notizen aus unterschiedlichen Projekten und Notizbüchern an. Darunter entdecke ich in der gefilterten mittleren Ansicht jene Notiz, um die es geht. Oft interessiert mich dann, welche Notizen ich zu jenem Zeitpunkt noch verfasst habe (etwa das Foto einer handschriftlichen Notiz, das in den Suchresultaten nicht auftaucht, da es nicht das Wort “Cover” enthält). Diese Notizen werden in diesem Moment nicht angezeigt, da die Spalte ja gerade die verschiedenen Suchresultate enthält. Wenn ich nun auf “Alle Notizen” klicke, bleibt der Fokus auf der angeklickten Notiz, aber darüber und darunter werden in der Vorschau jene Notizen angezeigt, die um dieses Datum herum erstellt wurden. Evernote springt also nicht ganz an den Anfang zur jüngsten Notiz, sondern “verharrt” an der aktuellen Stelle. Simpel, aber im Alltag recht nützlich, wenn man umfangreiche Notizbestände hat.

 
Mrz 242014
 
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Evernote, Pocket, Trello

Auf dem Desktop/Notebook ist die Mail-Archivierung in Evernote problemlos: Outlook hat den grünen Evernote-Button, für Google Mail erledigt das der Web Clipper usw. Mobil geht es zwar auch via Weiterleitung an die persönliche Evernote-Adresse, sofern man die kostenlose Mail-App “CloudMagic” (Android und iOS) verwendet hat man es nun noch etwas einfacher. Vor allem: die Sache ist auch optisch sehr hübsch gelöst.

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Einstellungen

CloudMagic ist vor einigen Tagen mit einer “Cards”-Funktion aufgerüstet worden. Dahinter verbergen sich Plugins, die Texte, Termine und Link-Infos auf Wunsch aus der Mail holen und direkt an Evernote, Pocket, Trello usw. übergeben. Sehr simpel: ein Doppelklick auf die Mail genügt und die Funktion ist einsatzbereit. Hinter diesen Cards verbergen sich Plugins, wie man sie auch von Browsern kennt (es sollen künftig noch eine Reihe weiterer Dienste aufgenommen werden). Die Evernote-Card lässt die Einstellung von Notizbuch und Schlagwörter zu, die jeweiligen Listen werden dem eigenen Evernote-Account entnommen, so dass man sich Tipp-Arbeit ersparen kann. CloudMagic ist insgesamt eine gute Mail-App, die eine Reihe pfiffiger Ideen aufweist, ohne überladen zu sein. Ruhig mal ausprobieren oder sich auf der Homepage der App umsehen.

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Tablet-Ansicht

 
Mrz 222014
 
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mehr Möglichkeiten

Zunächst bei Mac eingeführt (in der aktuellen Win-Beta auch vorhanden) gibt es den Präsentationsmodus nun schon etliche Wochen in der iPhone-/iPad-Variante (Premium). Allerdings zunächst nur mäßig gelungen, man konnte halt seine Notizen über den Beamer anzeigen, das war es dann auch schon ziemlich. Mit dem gestrigen Update hat es einen großen Sprung nach vorne gegeben. (Was mich in diesem Zusammenhang immer wieder überrascht: Evernote kommuniziert in seinem Blog - trotz guter Ideen – immer nur einen Bruchteil der neuen Funktionen.) Jetzt hat die Sache wirklich einen Level erreicht, bei dem man sein iPhone lässig aus der Tasche holen, an den Beamer anschließen und sofort mit einer guten Präsentation beginnen kann.

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rasch gestartet

Die Auswahl der Notizen, die man präsentieren möchte, kann manuell oder über ein Notizbuch oder Schlagwörter geschehen (z. B. ein temporäres Schlagwort “Meeting1″ vergeben, danach wieder löschen, so muss man keine Notizen verschieben). Im Unterschied zu anderen Apps verwendet Evernote je nach Möglichkeiten des Beamers verschiedene Formate, z. B. auch das 16:9-Format. Gut gemacht dabei: Hält man das iOS-Gerät hochkant, so dimmt Evernote jene Bereiche oben und unten, die von der Beamerfläche abgeschnitten sind. Vor allem aber: die eingeblendeten Pfeiltasten bewegen den Ausschnitt dann genau um jenes Segment, das in den Rahmen “passt”.
Beispiel: Ich zeige aus einer PDF eine DIN-A4-Seite “ganz” – dann blättern die Pfeile jeweils um eine PDF-Seite. Meist ist die Schrift dann aber für die Zuschauer zu klein, so dass man mit der Zoom-Geste auf die Breite vergrößert, wodurch in der Höhe aber nicht mehr das ganze Blatt, sondern nur noch das erste Drittel angezeigt wird. Ein Klick auf den Pfeil rückt die Seite nun genau um ein Drittel weiter, ein weiterer Klick zeigt das letzte Drittel an.

 

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Oberfläche

Dokumente (nicht nur PDF – auch Office-Dokumente!) erhalten eine Art “Spielkarten-Ansicht” mit einem Balken, der die Seitenzahl nennt. Wieder mit dabei sind die unterschiedlichen Farben für den Laserpointer, Nachtmodus, Airplay usw. Vor allem aber:

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Thumbnail-Auswahl

In der neuen Version können die zu zeigenden Inhalte unabhängig vom Beamerbild ausgewählt werden. Im einfachsten Fall heißt das: Ich blättere auf meinem iOS-Gerät ein PDF-Dokument auf und tippe die Seiten an, die gezeigt werden sollen. Während über den Beamer noch “Seite 10″ präsentiert wird, kann ich auf meinem Gerät die Thumbnail-Ansicht aufrufen, zu Seite 24 scrollen, diese antippen – und schwups, die Seite erscheint. Diese Thumbnails bekommen die Zuschauenden aber nicht zu Gesicht (daher “Second-Screen”).
Es geht sogar noch einen Zacken besser: Wenn meine Notiz gemischte Inhalte aufweist – z. B. PDF-Dokumente plus einzelne Fotos – so kann ich all diese Inhalte via Thumbnail-Darstellung gezielt auswählen. Außerdem habe ich bei Fotos sofort die Möglichkeit, diese “Diashow-ähnlich” anzuzeigen: Mit den üblichen Wisch-Gesten kann nicht nur innerhalb der Fotos rasend schnell geflippt werden, auch kleine Animationen (“Verdrehen” der Grafiken) lassen sich so erzeugen.

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kleine Animationen

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Dokumente und Grafiken gemischt

Ganz allgemein: Präsentationen via Smartphone oder Tablet sind eine feine Sache. Ich selbst setze seit dem Erscheinen von iPad1 Tablets in allen meinen Lehrveranstaltungen ein und mache sehr gute Erfahrungen damit. Vor allem kann man durch die komfortablen Zoom-Möglichkeiten sehr viel einfacher auf wichtige Punkte bei Abbildungen oder bei längeren Texten aufmerksam machen. Zwar wird wahrscheinlich auch weiterhin PDF-Expert hierfür meine Hauptanwendung bleiben, aber für Zwischendurch ist Evernote mit dem Update nun tatsächlich alltagstauglich geworden.

 

 
Mrz 192014
 
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unter der Lupe

Heute mal ein kurzer Blick hinter die Kulissen: Wie funktioniert die Texterkennung bei Evernote? Oft sind Anwender, die neu mit Evernote beginnen, erstaunt, dass Texte in Fotos oder von handschriftlichen Notizen wirklich gut gefunden werden. Heutige Software erledigt das zwar generell ganz gut bei “klaren” Vorlagen, etwa einem gut ausgeleuchteten Schriftstück aus dem Drucker. Es kommen dabei u. a. verschiedene Näherungsverfahren zum Einsatz, z. B. Häufigkeitsstatistiken, Kontext (was steht vor und nach dem zu erkennenden Wort) usw. Abschließend trifft die Software die Entscheidung für die wahrscheinlichste Variante und setzt diese in den erzeugten Text ein. Und entweder stimmt das Wort dann – oder eben nicht.

Für Evernote steht aber nicht die Erzeugung eines flüssig lesbaren Textes im Vordergrund, die Software möchte vielmehr sicher gehen, dass bei einer Suche auch wirklich die Notiz gefunden wird. Daher weist sie nicht eindeutig zu erkennenden Begriffen mehrere Bedeutungen zu. Als Beispiel mag der oben abgebildete Text dienen. Für das menschliche Gehirn natürlich problemlos zu entziffern, die “Maschine” hingegen kämpft mit der Biegung der Buchseite, mit einer ungleichmäßigen Beleuchtung, mit einem groben Papier usw. Evernote fügt daher zu der wahrscheinlichsten “Übersetzung” noch Alternativen hinzu. “Wir stellen …”: hier erkennt Evernote zwar “stellen”, nimmt aber ebenfalls die Begriffe “steilen” und “steTen” in seinen Suchindex auf. “In jeden Topf” wird ergänzt mit “Top!” und “Top”; “geben wir” mit “gehen” usw.

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der Code dahinter

Das ist der Grund, weshalb man bei den meisten Evernote-Notizen nicht einfach den erkannten Text exportieren kann, man würde einen sehr holprigen Text erhalten.

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Text speichern

Im Unterschied zu Fotos kann man bei PDF-Dokumenten, die gut für Evernote zu erkennen waren, hingegen Glück haben. Sofern man über einen Premium-Account verfügt, erscheint bei diesen Dateien (meist mit zeitlicher Verzögerung) ein zusätzlicher Menüpunkt: “Durchsuchbares PDF-Dokument speichern”. Die gespeicherte Datei enthält dann den “puren” Text, den man via Zwischenablage in andere Programme übernehmen kann.

 
Mrz 192014
 
verlos

Liste mit Clearly

Das kleine Gewinnspiel ist beendet, die Gewinner sind gezogen. Die 3 Evernote-Bücher gehen an Yves (Nr. 17), Nicole (Nr. 33) und Simon (Nr. 70). Aus der Google+ Gruppe erhält Thomas Mampel den Stift samt Moleskine-Heften. Herzlichen Glückwunsch! (Ich schreibe Euch noch wegen Eurer Adressen an.)
Bei dieser Gelegenheit auch dazu ein Evernote-Tipp: Für Verlosungen nutze ich gerne Random.org, was ja durch die Nummerierung der Kommentare im Blog ein sehr leichter Weg ist. Bei der Google-Gruppe gibt es diese Ziffern nicht. Daher habe ich hier Clearly eingesetzt und das Ergebnis in Word kopiert. Durch die automatische Formatvorlagen-Zweisung erhielt ich auf diesem Weg innerhalb weniger Sekunden die Liste. Diese Übernahme von Gliederungen in Word via Clearly klappt übrigens häufig gut, so dass sich ein Versuch immer lohnt.

 
Mrz 172014
 
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schnell erzeugt

Schon immer konnte man in den Desktop-Versionen von Evernote eine Notiz mit einem Inhaltsverzeichnis erzeugen, indem man die Links der ausgewählten Notizen in ein neues Blatt aufnahm. Bisher gab es nur bei der Mac-Version von Evernote dafür auch einen gesonderten Button, in der aktuellen Windows-Version 5.3 hat dieser nun auch Einzug in die Windows-Variante gefunden. Wie bisher kann man einfach per gedrückter STRG-Taste beliebige Notizen markieren (diese können auch aus unterschiedlichen Notizbüchern stammen). Beim aufgefächerten Notizenstapel erscheint nun der Button “Notiz mit Inhaltsverzeichnis erzeugen”. Dadurch entsteht eine neue Notiz, die die Titel der ausgewählten Notizen als anklickbare Links aufführt. Gleichzeitig werden die Links nummeriert. Über die weiteren Bearbeitungsmöglichkeiten (Inhaltsverzeichnis mit Checkboxen versehen, Reihenfolge der Notizen, Verzeichnis an erster Stelle aufführen) habe ich ja bereits eine Reihe von Postings verfasst.

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neue Auswahl