
“Fernabschaltung” möglich
Es gibt eine ganze Reihe von neuen Sicherungsmaßnahmen für den eigenen Evernote-Account – sowohl für die verbreitete kostenlose Variante als auch für die Premium-Accounts. Hier mal ein Blick auf die Einzelheiten:

neue Menüpunkte
Dreh- und Angelpunkt ist dabei Ihre Konto-Seite im Web, die Sie mit dem Link https://www.evernote.com/Settings.action aufrufen können.
1. Zugriffsverlauf anzeigen lassen [alle Accounts]
Ab sofort können Sie sehen, mit welcher IP zu welchem Zeitpunkt mit welchem Gerät auf Ihr Konto zugegriffen wurde. Dabei wird der ungefähre Standort des Servers in der Liste aufgeführt. Falls Sie aus irgendeinem Grund einmal ein unsicheres Gefühl haben, können Sie sich hier Gewissheit verschaffen – meist ist man dann ja beruhigter.
2. Anwendungen “fernabschalten” [alle Accounts]
Meist hat man ja nicht nur auf einem Gerät seine Evernote-Anwendung – ob Büro-Computer, Smartphone, Tablet oder andere Apps, die auf Evernote zugreifen, sie sind alle in einer Liste aufgeführt. Evernote geht ja einen “Mittelweg” bei den Anmeldeprozeduren – gelegentlich muss man sein Passwort eingeben, aber nicht bei jedem Aufruf einer App – da hätte man am Tag ja ganz schön viel zu tippen. Was nun, wenn man z. B. im Büro Evernote immer automatisch aufruft, nun aber z. B. den Urlaub antritt und das Ausloggen vergisst? Wenn man nicht möchte, dass ein Kollege aus Versehen einen Blick auf die Evernote-Inhalte wirft, so kann man über seine Accountseite das Ausloggen veranlassen. Das gilt auch für liegen gebliebene Smartphones usw.
3. Zwei-Wege-Authentifizierung [Premium, evtl. später alle Accounts]
Lange erwartet! Vorab: Man muss die Zwei-Wege-Authentifizierung nicht aktivieren (kann sie übrigens auch jederzeit widerrufen), denn natürlich hat man dadurch einen Mehraufwand, den man nicht unbedingt betreiben muss, wenn sehr allgemeine Daten in Evernote speichert. Da gerade Besitzer von Premium-Accounts [1] (in Deutschland für Telekom-Kunden kostenlos) meist wichtige Daten z. B. für ihr Homeoffice aufbewahren, sollte man sich doch der Mühe unterziehen. Ich persönlich nutze das Verfahren schon länger z. B. bei Dropbox, ohne dass es mich einschränken würde. Außerdem ist Evernote noch ein pfiffiger Einfall mit sog. “Backup-Codes” gekommen, dazu gleich mehr.
a) via SMS
Sie werden gut und verständlich in deutscher Sprache durch den ganzen Prozess geleitet, so dass ich jetzt nicht Schritt für Schritt erklären muss. Evernote garantiert noch einmal nachdrücklich, dass die Telefonnummer nicht für Marketingzwecke benutzt wird. Zusätzlich können Sie eine zweite Telefonnummer (genannt “Backup-Telefonnummer”) eintragen, falls mal der Akku gerade leer ist und Sie beispielsweise das Handy Ihrer Frau benutzen können.

Handynummer eingeben

zweite Telefonnummer
b) via App “Google Authenticator”
Wer keine SMS erhalten möchte, der kann zu einer App greifen, die es für Android, iPhone/iPad und Blackberry gibt: Mit dem Google Authenticator (Open Source, kostenlos) scannt man kurz einen Code ein, der beim Einloggen angezeigt wird. Auch dieses Verfahren ist bereits von etlichen anderen großen Diensten bekannt. Ist flott und simple.
c) via Backup-Code
Die dritte Möglichkeit ist für den “Fall des Falles” gedacht: Man hat seit Smartphone verloren oder keinen Empfang. Wie gesagt: Auf jenen Geräten, die man ständig für Evernote nutzt, muss man nicht bei jedem Aufruf des Programms die Prozedur wiederholen, man hat auf diesen Geräten in der Regel also einen problemlosen Zugang. Wenn einem das unterwegs passiert und man muss beispielsweise über den Hotel-Computer zugreifen, so hat man hoffentlich den kleinen Ausdruck von 5 Backup-Codes zur Verfügung. Jeder Code gilt nur 1 x.

Backup-Codes
4. Anwendungspasswort [Premium]
Mit den Entwicklern von Software oder Apps, die mit Evernote zusammen arbeiten, wurde das neue Verfahren schon länger abgestimmt, so dass alles funktionieren sollte. Falls man aber doch mal auf eine App stößt, die mit dem Zwei-Wege-Verfahren nichts anfangen kann, so kann man Einzelpasswörter generieren. Diese funktionieren innerhalb der speziellen App wie bisher: Nutzername plus Anwendungs-Passwort genügt. Das Anwendungspasswort ist dabei nicht identisch mit Ihrem “Haupt-Passwort”, da ja mit dem Zwei-Wege-Verfahren verknüpft ist.

Anwendungspasswort
[1] Evernote hat bereits angedeutet, dass die Zwei-Wege-Authentifizierung zu einem späteren Zeitpunkt eventuell für alle Accounts frei geschaltet wird. In der Regel sammelt Evernote bei grundlegend neuen Funktionen zunächst Erfahrungen mit einer kleineren Anwendergruppe, bevor etwas für alle 50 Millionen Anwender eingeführt wird.