Dez 212014
 
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flotte Übernahme

Für Anwender, die schon länger Evernote nutzen, ist der neue Work-Chat an manchen Stellen verwirrend. Denn dieser hat – anders, als der Name “Chat” vermuten lässt – inzwischen auch die Weitergabe von privatisierten [1] Notizen samt Editier-Möglichkeiten übernommen. Das hat seine Vorteile, denn nun erscheint beispielsweise auch in den Mitteilungszentralen der mobilen Geräte eine Nachricht beim Empfänger erscheint, sobald ich diese Notiz mit dem Work-Chat versendet habe. Er kann nun diese Notiz samt Anhängen und Inhalten wie in der Vergangenheit öffnen – muss also keineswegs einen Chat im üblichen Sinn mit dem Absender führen (könnte aber natürlich auch direkt eine Antwort mit dem Work-Chat posten).

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Liste der Dateien

Seit dem letzten Windows-Update findet man auch alle Notizen, die man mit jemandem ausgetauscht hat, hübsch aufgelistet in einer gesonderten Tabelle, so dass man auch bei einem längeren Gesprächsverlauf nicht erst lange scrollen muss – ein Klick genügt, die entsprechende Notiz öffnet sich. Allerdings vermisst man bei der ausgewählten Notiz – soweit man nicht selbst diese Notiz ursprünglich erstellt hat – die Felder “Notizbücher” und “Schlagwörter”. Auf den ersten Blick kann man also diese Notiz gemeinsam bearbeiten, aber nicht in sein eigenes Evernote-Archiv übernehmen.

Die Option, die hier benötigt wird, versteckt sich hinter dem Menüpunkt “Notiz”, “In Notizbuch kopieren”. Damit wird gewissermaßen ein “eigenes” Doppel angelegt, das man wie alle anderen Notizen bearbeiten kann, mit Schlagwörtern versehen kann usw. Mit anderen Worten: Im einfachsten Fall “verschicke” ich die Notiz mit einem kurzen Klick auf den Work-Chat-Button rechts oben, der Empfänger kopiert diese in sein eigenes Archiv – fertig.

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Notiz kopieren

[1] mit “privatisierten Notizen” ist die Weitergabe Notizen an konkrete Mail-Empfänger gemeint; im Unterschieden zu den “öffentlichen Links”, die man z. B. über Twitter oder Facebook posten kann

 
Dez 152014
 

In den nächsten Wochen erscheint ja die neue App von Evernote “Scannable”, die dann kostenlos im AppStore erhältlich sein wird. Da sich jetzt bei den Beta-Versionen nur noch Kleinigkeiten verändern, habe ich mal ein kurzes Video dazu erstellt. Was die puren Funktionen [1] betrifft, so sind auf den ersten Blick nur die üblichen Basics vorhanden, die man auch bei anderen Scan-Apps findet. Allerdings dürfte Scannable in Punkto Geschwindigkeit nicht zu schlagen sein: sofort werden die Ränder einer Vorlage erkannt und die Aufnahme wird automatisch ausgelöst, innerhalb von 1 Sekunde kann man sein iPhone über die nächste Vorlage halten usw. Scannable erkennt automatisch, ob es sich um einen Brief (dann SW-Scan) oder ein Foto (dann Farbe) handelt. Nach dem Ende der “Serien-Aufnahme” werden die Scans in einem PDF-Dokument zusammengefasst und direkt an Evernote übergeben (bei Einzelaufnahme wird eine JPG-Datei in Evernote gespeichert.

[1] Zwar gibt es auch noch eine Remote-Funktion für die Evernote-Scanner-Hardware, die soll uns an dieser Stelle nicht interessieren.

 
Dez 142014
 
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Seiten-Kombinationen

Fast ein Drittel meiner Evernote-Notizen enthalten PDF-Dateien: vom Zeitungsartikel-Scan über Unterrichtsentwürfe bis hin zu wissenschaftlichen Aufsätzen – halt alles, was ich für Projekte und Beruf zum raschen Finden und Nachschlagen benötige. Für Besprechungen, Tagungen, Planungen sind aber oft nur einige Seiten wichtig – dafür gibt es die üblichen Extrahierungs-Programme, die ich hier auch schon vorgestellt habe. Noch besser wäre es in manchen Fällen, wenn man sich auf bequeme Weise aus Seiten verschiedener Dokumente rasch ein neues erstellen könnte. Auf diese Weise hat man “gebündelt” die wirklich relevanten Informationen in einer einzigen Datei zusammen.

Sehr gut erledigt dies das kleine Tool “PDF Sam” [Installationshinweis weiter unten bitte beachten], kostenlos und durch Java plattformübergreifend: Im oberen Teil des visuellen Editors sieht man die Seiten einer PDF-Datei in Thumbnail-Größe. Die verschiedenen Reiter zeigen anderen PDF-Dateien, die man geöffnet hat. In die untere Hälfte des Editors zieht man nun einfach aus jeder Datei die gewünschten Seiten und bringt sie per Drag ‘n Drop in die gewünschte Reihenfolge. Benötigt man also beispielsweise für eine Besprechung aus Datei A nur die zwei Seiten mit der Kostenaufstellung plus ein Genehmigungsschreiben plus eine Bauskizze, so stellt man sich aus drei Dateien eine neue PDF mit eben jenen 4 Seiten zusammen – innerhalb von 30 Sekunden erledigt. Diese dann noch in Evernote speichern, fertig. Wenn man möchte, kann man bei umfangreicheren Zusammenstellungen – wie in einem der letzten Tipps beschrieben - noch ein Index-Blatt voranstellen. Kein langes Suchen mehr – per Fingertipp hat man damit blitzschnell alle Infos zur Hand.

Das Tool kann noch sehr viel mehr, z. B. automatisch die Reihenfolge von Seiten verändern, wenn man etwa beim Scan-Vorgang die letzte Seite zuerst erhalten hat usw. Wichtig: Bei der Installation werden – wie oft üblich – Tools zur “Mit-Installation” (Browserbars usw.) eingeblendet. Sofern man das nicht wünscht, darauf achten, dass die entsprechenden Optionen übersprungen werden. Ach ja, ein deutschsprachiges Tutorial gibt es übrigens auch.

 

 
Dez 142014
 

Michal Lanzinger ist vielen Lesern meines Blogs durch mehrere Gastartikel bekannt. Diesmal hat er sich das Kickstarter-Projekt “Hemingwrite” etwas näher angeschaut.

Schreiben mit Evernote & Off the Grid
hemingwrite

keine Ablenkung

Dass man Evernote wunderbar zum Kreativen Schreiben verwenden kann ist hinlänglich bekannt und Schreibprogramme wie FastPencil bieten längst Interaktions-Möglichkeiten mit dem grünen Elefanten an. Doch will man ‘Off the Grid’ und damit fernab von World Wide Web bzw. ohne Störungen schreiben ist guter Rat teuer. Während viele Schriftsteller sogar Hintergrundgeräusche brauchen, sodass es zwischenzeitig eigene Ambivalent Noise Generators gibt, die z. B. ein Kaffeehaus für das Schreiben im stillen Kämmerlein simulieren, kann es vielen SchreiberInnen nicht still und störungsfrei genug sein.

Doch gerade das kann ein Computer, Laptop oder Tablet eigentlich nicht (mehr) leisten, zu verlockend ist es doch mal kurz die Mails zu checken oder den aktuellen Kreativ-Status bei Twitter, Facebook und Co zu veröffentlichen. Die Verbindung zum Internet ist schließlich immer bloß einen Klick weit weg.
Hier kann jedoch ein neues Projekt Abhilfe schaffen, die Hemingwrite [Video] als quasi-mechanische Schreibmaschine des 21. Jahrhunderts, die von den Machern auf der Projekt-Homepage wie folgt beschrieben wird: ‘Hemingwrite is the Kindle of writing composition’.
In der Tat vereint das Gerät der Projektbeschreibung nach die Vorteile einer Reiseschreibmaschine (komplett mit Trage-Griff) mit mondernster Technologie. Geschrieben wird nicht auf (digitalisierbarem) Papier, sondern es dient ein kleines eInk-Display von ca. 6″ zur Anzeige der verfassten Inhalte. Die Speicherung erfolgt auf dem Gerät selbst und kann dann via WLan oder Bluetooth direkt an Evernote übergeben werden, wo man das Werk dann weiter bearbeiten und editieren kann. Weitere ‘fancy functions’ entfallen.
Wie man also bei dem zitierten Kindle auf das Lesen fokussiert werden soll, soll man bei der Hemingwrite, ohne jene Ablenkungen zu haben, die ein Tablet & Co sonst mit sich bringen, schreiben können. Und mit einem Speicherplatz für 1+ Millionen Seiten und einer Akkulaufzeit von 6+ Wochen ist man bei der ‘kreativen Texteingabe’ durchaus gut aufgestellt. Das nostalgische Geklapper einer mechanischen Tastatur inklusive.
Derzeit ist die Hemingwrite allerdings nur ein Projekt, für das es natürlich auch einen Kickstarter gibt. Die besten Pledge-Angebote sind bereits aufgebraucht, aber für ab $ 369,- kann man ab September 2015 eine Hemingwrite sein Eigen nennen. Zumindest wenn der Plan des Projektes aufgeht, allerdings ist bereits jetzt nach nur einer Woche das Finanzierungsziel überschritten.
Michael Lanzinger [E-Mail]
 
Dez 122014
 
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gut zu wissen

Sportlich aktive Menschen wie der Schreiber dieses Blogs (hüstel) nutzen Evernote gerne, um Fortschritte und Ziele ihrer Aktivitäten zu dokumentieren. Viele der Jogging-, Biker- und sonstigen Apps können ihre Ergebnisse direkt an Evernote übermitteln, so dass man dort alle Daten zusammen hat. In diesem Zusammenhang mal ein Tipp zur genauen Erfassung einer Strecke via Google Maps. Sicher, könnte man auch über eine GPS-App erledigen, aber der Vorteil vom hier vorgestellten Verfahren ist, dass man auch nachträglich eine Strecke messen oder Abweichungen erfassen kann. Ganz nebenbei berechnet die Funktion auch noch die “eingekreiste” Quadratmeterzahl und ist so vielleicht ganz nützlich für die Abmessungen eines Grundstücks oder für eine Flächenberechnung bei einer Matheaufgabe.

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Messung starten

Man ruft Google Maps wie gewohnt auf und klickt beim gewünschten Ausgangspunkt mit der rechten Maustaste. Im Menü wählt man aus “Entfernung messen”. Nun folgt man Stück um Stück seiner Strecke, bei jedem Winkel oder bogen setzt man mit der linken Maustaste einen Zwischenmarker. Den Zoom-Faktor der Maps-Ansicht kann man ja sehr hoch setzen, so dass man jeden kleinen Winkel erfassen kann. Google Maps addiert automatisch Meter um Meter. Fehlerhaft gesetzte Punkte kann man durch einen zweiten Klick löschen oder durch Ziehen neu positionieren. Falls der Endpunkt in der Nähe vom Ausgangspunkt gesetzt wird, erscheint auch eine Flächenangabe.

Eine solche Arbeit macht man sich natürlich nur ab und zu (in meinem Fall wollte ich die vom iPhone berechnete Schrittlänge überprüfen), so dass sich eine Archivierung in Evernote lohnt.

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auch Flächen werden berechnet

 
Dez 122014
 
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ausgesprochen flexibel

Innerhalb weniger Stunden hat die neue Anwendung “Workflow” (iPhone und iPad) die Charts im Appstore gestürmt, und Tech-Seiten wie “The Verge” schwärmen davon. Man kann sich Workflow wie eine Art lokales “IFTTT” vorstellen: per einfachem Drag ‘n Drop werden Schritte, die nacheinander ausgeführt werden sollen, untereinander gezogen. Fertig. Wenn man möchte, kann man noch einen Start-Button für jeden einzelnen gebastelten Workflow auf seinen Homescreen legen – ein Fingertipp genügt dann, um z. B. aus den letzten drei Fotoaufnahmen ein animiertes GIF samt Begleittext und Sound in Dropbox abzulegen. Und das alles im Bruchteil einer Sekunde. Dutzende solcher Einzelschritte sind bereits fertig aufgelistet, aus denen man sich sein eigenes “Rezept” mixen kann – egal ob für Dropbox, Twitter, Facebook, E-Mail oder eben Evernote. Der erstellte Ablauf erscheint sogar, wenn man möchte, in der allgemeinen Teilen-Funktion von iOS und steht so z. B. in jedem Browser zur Verfügung.

Um einen raschen Eindruck zu erhalten, einmal ein Mini-Rezept. Mit diesem Workflow kann jede Webseite direkt im Browser in ein PDF-Dokument umgewandelt und gleichzeitig an ein vorher bestimmtes Evernote-Notizbuch samt Schlagwörtern verschickt werden.

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in wenigen Sekunden fertig

In unserem Beispiel wurde zunächst die Aktion “erstelle PDF” ausgewählt. PDF-Dokumente können von Webseiten, Grafiken, Kontakten, Karten und, und, und erstellt werden.

Direkt nach der PDF-Erstellung soll das Dokument an eine neue Evernote-Notiz übergeben werden, alternativ könnte man die Datei auch an eine bestehende Notiz anhängen oder direkt über einen Dienst wie Twitter freigeben. Die Felder in der Evernote-Box sind klar: Überschrift, gewünschtes Notizbuch und Schlagwörter können mit auf den Weg gegeben werden (man könnte auch mit Variablen arbeiten). Teil eins ist damit schon fertig.

Wichtig ist nun noch das Einstellungsrädchen oben rechts in der Ecke. Denn hier müssen wir noch von “Normal” auf “Action Extension” umstellen.

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Einstellungen des Workflows

Damit kann der Worflow später im iOS-Teilen-/Sharing-Menü anderer Anwendungen ausgewählt werden. (In den Einstellungen könnte man auch festlegen, dass ein Shortcut auf dem Homescreen gespeichert wird – samt ausgewähltem Icon und Farbe.)

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Auswahl im Teilen-Menü

Wie gesagt, das war jetzt ein einfaches Beispiel – es lassen sich sehr viel komplexere Automatisierungen erstellen. Ähnlich wie bei der App Drafts gibt es auch bei Workflow ein Verzeichnis, das von Anwendern gefüllt wird und allen zur Verfügung steht. Wer also ein besonders interessantes Skript für Evernote erstellt: Link gerne hier in den Kommentaren posten, damit weitere Evernote-Anwender darauf aufmerksam werden.

 

 
Dez 092014
 
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schnell geteilt

Gerade ist eine Beta-Version von Evernote 5.8 erschienen, die wieder einige Neuerungen mit sich bringt. So wurde die Context-Funktion, die inzwischen mit der früheren Funktion “verwandte Kommentare” verschmolzen ist, durch eine verkürzte Teilungsmöglichkeit ergänzt: Man muss jetzt nicht mehr die betreffende Notiz aufrufen. Vielmehr kann man aus dem Vorschau-Bild heraus direkt das Work-Chat-Fenster aufpoppen lassen und die Notiz an einen anderen Evernote-Nutzer übergeben. Wobei die neue Work-Chat-Komponente noch viele Anwender verwirrt, da sie teilweise Funktionen übernimmt, die gar nichts mit dem Chat zu tun haben – dazu ein andermal mehr. Ich hoffe mal, dass Evernote das noch übersichtlicher hinbekommt …

Gut gelungen ist hingegen der neue “Übersichtskasten”, der alle geteilten Notizen und Notizbücher in Listenform zeigt. Momentan Work-Chat-bezogen, aber vielleicht wird das ja noch erweitert.

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Liste geteilter Notizen

In der zentralen Notizbuchansicht wurden noch zwei zusätzliche Sortierkriterien eingebaut: Neben der alphabetischen Sortierung ist nun auch die Auswahl nach “Anzahl der Notizen (in einem Notizbuch)” möglich bzw. nach “Besitzer” (wird per Notizbuchstapel sortiert).

 
Dez 082014
 
gut für Tagungen

gut für Tagungen

Mit Evernote kann man ja – sowohl via Desktop-Anwendung als auch über die mobilen Apps – PDF-Dateien direkt annotieren. Automatisch erzeugt Evernote dabei eine spezielle Index-Seite samt Sprungmarken. Einen sehr praktischen Anwendungsfall beschreibt Felix Schaumburg im Podcast “Bildung-Zukunft-Technik”: Bei umfangreichen Tagungsprogrammen, z. B. einem Barcamp/Educamp, markiert er sich mit Evernote die Stellen, bei denen sein Einsatz gefordert ist. In der Tagungshektik genügt ihm dann ein Klick auf die Stelle im Index-Blatt – und er landet sofort auf der richtigen Seite, die alle Infos wie z. B. Raum der Arbeitsgruppe usw. aufführt.

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rasch markiert

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Zusatzblatt

Zwar könnte man zusätzlich zu den Symbolen noch Text erfassen, aber das Verfahren von Felix gefällt mir recht gut: jedes Symbol hat immer die gleiche Bedeutung. Beispielweise könnte das Ausrufungszeichen bedeuten “Hier muss ich selbst was tun!” und das Herz “Diese Arbeitsgruppe möchte ich besuchen” usw. Symbole und deren Links funktionieren nicht nur innerhalb von Evernote: Die PDF-Datei kann auch mit einem externen Programm, z. B. Acrobat Reader, geöffnet werden – die Indes-Seite samt Sprungfunktion bleibt erhalten. Von daher auch gut geeignet für die Weitergabe an Kollegen, die man damit direkt auf die interessanten Teile aufmerksam machen kann.

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Markierungen entfernen

Zu einem späteren Zeitpunkt kann man übrigens mit einem einzigen Klick seitenweise oder für die ganze Datei die vorgenommenen Markierungen wieder entfernen. Auch kann man die Erzeugung der Index-Seite ganz unterdrücken. Die entsprechenden Einstellungen finden sich im Annotationseditor unter dem Menüpunkt “Bearbeiten”.

Felix Schaumburg und Guido Brombach bringen in dem erwähnten Podcast noch eine Vielzahl weiterer wertvoller Tipps: So stellt Felix seinen Schülern das eigene iPad als “Server” zur Verfügung – via GoodReader-App. Die kann innerhalb eines WLAN nämlich via WebDAV angesteuert werden, was offensichtlich für seine 6. Klasse (also ca. 12 Jahre alt) offensichtlich kein Problem ist (da kenne ich Kollegen, für die das eher ein Problem wäre ;-) ). Habe ich ausprobiert – klappt tatsächlich absolut problemlos. Feiner Tipp – und eine echte Hörempfehlung für den Podcast.

 
Nov 302014
 
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Eine Karte mit 800 Seiten

Evernote kann man auch als eine Art “Geschenke-Box” verwenden. Ich möchte das mal am Beispiel von kostenlosen E-Books illustrieren.

Nach wie vor gehören Smartphones, Tablets und E-Reader zu den beliebtesten Geschenken. Aber 95 % der Beschenkten nutzen bei diesen Geräten nur ein paar Grundfunktionen. So zeigt beispielsweise die JIM-Studie 2014, die vorgestern erschienen ist, dass sich die Kenntnisse von Jugendlichen auf WhatsApp, Facebook, YouTube und eventuell noch Wikipedia beschränken. Fertig. Dabei laden gerade die größeren Bildschirme heutiger Smartphones dazu ein, z. B. an der Haltestelle, im Zug oder auch auf dem heimischen Sofa mal wieder ein gutes (Digital-)Buch zu lesen. Wie wäre es nun, wenn Sie ein solches Buch verschenken, ohne dass es Sie – außer Phantasie – etwas kostet? Denn – ganz legal – können Sie im Netz tausende von Büchern laden, die Copyright-frei [1] sind: Ob nun die “Schachnovelle” von Stefan Zweig, das “Kinderverwirrbuch” von Joachim Ringelnatz, “Der Rabe” von Edgar Allan Poe oder Sherlock-Holmes- und Karl-May-Romane.

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eine Seite

Sammlungen solcher kostenloser E-Books finden Sie beispielsweise bei “Projekt Gutenberg” (bei SPIEGEL.DE) oder Mobileread.com. Für unser Beispiel greifen wir zu dem “dicken” Band “Sämtliche Märchen” von Hans Christian Andersen (Download ePub-Format[2]). Diese Datei fügen Sie in eine Evernote-Notiz ein. Gleichzeitig fertigen wir noch eine “Geschenke-Karte” für unser E-Book an, damit die Geschichte “zum Anfassen” ist und etwas hübscher aussieht.

Für unser Beispiel habe ich zunächst ein Kapitel in eine Reader-App [3] geladen, ein paar Streichhölzer auf das Smartphone gelegt, ein Foto angefertigt und hatte so das Grundmotiv für meine Geschenkekarte. Mit einigen “Frost”- und “Straßenlaternen”-Filtern etwas aufgehübscht. Teil eins ist damit fertig.

Im zweiten Schritt wird die Evernote-Seite etwas netter gestaltet. Der pure E-Book-Download wirkt ja etwas kahl – also z. B. noch eine Grafik gestalten, evtl. etwas Musik einbinden – oder mit der mobilen Evernote-App einen persönlichen Audio-Gruß einsprechen. Jetzt wirkt die Notiz doch gleich viel netter.

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Notiz mit Inhalten füllen

Nun zurück zu unserer Geschenke-Karte. Das Bild-Motiv ist erstellt, jetzt fehlt noch der Link zu unserer eben erstellten Notiz. Daher fügen wir noch einen QR-Code, wie man ihn z. B. von Konzertplakaten kennt, ein. Der Beschenkte muss später nur kurz sein Smartphone auf diesen Code halten – und schon öffnet sich unsere Notiz im Web. Dazu erzeugen wir zunächst einen üblichen Freigabe-Link (auf dem Desktop: rechts oben über der Notiz), der automatisch in unserer Zwischenablage landet[4]. Als nächstes rufen wir eine Seite auf, die Links in eine QR-Grafik verwandelt – dafür gibt es hunderte von Webseiten, z. B. diese hier.

Damit haben wir nun die zweite Grafik, die wir benötigen: Diese einfach in einem Grafik-Programm zum Motiv hinzu fügen und auf stärkerem Fotopapier [5] ausdrucken.

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die fertige Karte

Zusammen mit ein paar Keksen oder einer Tafel Schokolade hat man so ein (Zusatz-)Geschenk zum “Anfassen”, originell auch für ein kleines Adventsgeschenk, Adventskalender, Wichtel-Abende oder einfach mal “zwischendurch”.

Bonus-Tipp: Die Evernote-Notiz, zu der die Karte verlinkt, können Sie ja noch kurz vor dem Auspacken bearbeiten. Tippen Sie beispielsweise noch rasch mit der Evernote-App auf Ihrem Smartphone die Zeile dazu “Jung, die Socken, die Du gerade von Tante Erna erhalten hast, musst Du nicht tragen” – und Sie erreichen einen kleinen Verblüffungseffekt ;-)

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fertige Webseite

[1] Prinzipiell: 70 Jahre nach dem Tod eines Autors können die Original-Texte frei verwendet werden. Es gibt dann noch eine Reihe von Bedingungen, wenn es sich z. B. um neue Textfassungen, Übersetzungen usw. handelt.
[2] “ePub” ist ein ideales Format, da sich der Text flexibel an unterschiedliche Bildschirmgrößen anpasst. Für alle Smartphones und Tablets gibt es kostenlose Lese-Apps, Tolino-Shine usw. verstehen das Format ohnehin. Lediglich Kindle-Besitzer müssen eine kurze Konvertierung in das Amazon-Format vornehmen. Das geht rasch mit dem kostenlosen Tool “Calibre“.
[3] Die umfangreichste App (iOS und wohl auch Android) ist “Marvin“. Seit kurzer Zeit gibt davon einen “kleinen Bruder” mit einigen Besonderheiten “Gerty” – unbedingt mal anschauen.
[4] Evernote erzeugt ja – absichtlich, damit nicht jemand einen Link zufällig errät – sehr lange Notizen-Links “https://evernote.com/share/xxyyzz usw.”.
[5] Gute Erfahrungen habe ich gemacht mit HP Premium Pro, 300 gr. Auch nach langer Lagerung “biegen” sich nicht die Karten und vor allem haben sie auf der Rückseite eine Beschichtung, die der Tintenstrahldrucker besser fassen kann. Bei anderem Papier verrutschen bei mir immer die letzten 2 cm.

 
Nov 282014
 
dubletten-finden

Liste sortieren

Im Laufe der Zeit sammeln sich doppelte Notizen. Leider hat Evernote keine Funktion, die automatisch erkennt, ob eine Notiz bereits vorhanden ist. Aber es gibt ein Verfahren, das es zumindest erleichtert, solche Doppelungen in der Desktop-Anwendung ausfindig zu machen:

  1. Die mittlere Vorschau-Ansicht auf die kompakte Listenansicht umstellen. Bei kleinem Bildschirm: die linke Spalte ausblenden, so gewinnt man Raum für lange Überschriften.
  2. Die Spalte mit “Titel” ganz nach links ziehen, möglichst “breit” einstellen, damit man die ganze Überschrift lesen kann und durch Klick auf die Spaltenüberschrift alphabetisch sortieren.
  3. Neben der Titel-Spalte die Größen-Spalte ziehen – identische Notizen haben ja die gleiche Größe, so dass man einen zusätzlichen Anhaltspunkt hat.

Da man nicht täglich nach Dubletten suchen muss (sonst sollte man mal sein Kurzzeitgedächtnis überprüfen ;-) ), sondern dies eher gelegentlich bei größeren Aufräumarbeiten durchführt, ist der Aufwand des “manuellen” Suchens meist erträglich. Man kann ja zusätzliche Filter nutzen, z. B. nur in einem bestimmten Zeitraum oder in einem bestimmten Notizbuch suchen oder Archiv-Notizbücher ausschließen.