Mrz 042015
 
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Notizbuch mit eigenen Kapiteln

Ab und zu gehe ich hier im Blog ja auch auf Papier-Notizbücher ein – gerade für Evernote gibt es bei Moleskine eine ganze Reihe spezieller Ausgaben (z. B. wird ein kleines Weckersymbol angekreuzt – und Evernote erinnert automatisch an den Termin). Bei der gerade erstmals erschienen Journal-Reihe “Moleskine Chapters” gibt es zwar keine direkte Einbindung von Evernote, dennoch lassen sich analoge und digitale Strukturierungsidee recht gut verbinden. Aber zunächst Einzelheiten zum Notizbuch:

Es handelt sich um das typische Journal-Format – also schlanker, sprich: weniger breit als übliche Notizbücher; 3 Größen; liniert bzw. gepunktet, max. 128 Seiten, dünner Umschlag, insgesamt sehr leicht. Ohne die typische Innentasche auf der letzten Umschlagseite, dadurch also auch nicht besonders “dick”. Kosten: zwischen 6 und 10 Euro, je nach Größe.

Die Besonderheit: durch farbige Doppelseiten erhält man eine Kapitelunterteilung. Beispiel “Slim Large” (11,5 x 21 cm):
– 7 Kapitel
– 1 Todo-Kapitel (ebenfalls farblich getrennt), hier haben die Zeilen kleine “Abhak-Kringel” und diese Blätter sind auch perforiert
– 1 Seite zur Aufnahme der Kapitelüberschriften ganz am Schluss des Notizbuchs (auch in Farbe)
– Duofarbton: Umschlag und Kapitelseiten sind farblich unterschiedlich gestaltet

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verbunden

Genau genommen erhält man 5 – 8 per Fadenbindung verknüpfte dünne Heftchen, was man beim Aufklappen nicht bemerkt, aber am Notizbuchrücken sehen kann.

Der Vorteil dieser Bindung: alle aufgeschlagenen Seiten liegen immer “plan” (180° flat), so dass man problemlos eine Skizze über zwei Seiten hinweg zeichnen kann – und beim Scan nach Evernote, wenn man mag, die Doppelseite aufnehmen kann, ohne dass man in der Mitte gebogene Blätter hat.

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platt

Meist füllt man ein Notizbuch ja “linear”, Seite auf Seite. Mir hat die Idee der Themen-Bündelung recht gut gefallen, denn in Evernote geht man ja ähnlich vor: Man ordnet neue Notizen direkt in ein bestimmtes Notizbuch ein oder vergibt ein bestimmtes Schlagwort. So könnte man den Abschnitten von “Moleskine Chapters” die gleichen Bezeichnungen geben, die man in Evernote verwendet. Wenn man dann alle Seiten eines Papier-Kapitels über eine Smartphone-App einscannt, hat man die Information sofort richtig eingeordnet, ohne blättern zu müssen oder die einzelnen PDF-Seiten neu ordnen zu müssen.

Nachdem heute die Moleskine-Bücher bei mir eingetroffen sind, muss ich sagen, dass sie wirklich sehr leicht, flach und “unauffällig” sind [1], passen gut in die Seitentasche neben das iPad. Für welche Art von Information taugen diese Notizbücher? Nun, zu schade (und zu teuer) wären sie sicher für simple Einkaufs- oder pure Stichpunktlisten. Auf der anderen Seite umfasst jedes Kapitel nur 14 Seiten – also eher nichts für Leute, die viel handschriftlich erledigen oder dicke Notizbücher in kurzer Zeit füllen. Ich würde hier eher erste Projektskizzen erfassen. Oder größere Vorhaben in kleinere Teile gliedern, so dass man eher den Überblick behält. Vielleicht sitzt man auch an drei entscheidenden Kapitel seiner Abschlussarbeit, die einem gleichzeitig durch den Kopf gehen, Ergebnisse unterschiedlicher sportlicher Aktivitäten usw. usw.

Übersicht Moleskine-Seite.

[1] Natürlich gibt es umfangreiche Ordnungssysteme wie X47 oder Roterfaden, die eine ähnliche Unterteilung zulassen. Solche Systeme sehen zwar optisch toll aus – ich würde sie aber nie ausnutzen, da ich 98 % meiner Informationsorganisation digital erledige und keinerlei Verlangen habe, in größerem Ausmaß Papier zu nutzen.

 
Mrz 022015
 
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Zuordnung per Fingertipp

Die App “Drafts” hat unter Evernote-Anwendern viele Freunde, denn mit ihr lassen sich ausgesprochen schnell Texte und andere Informationen an Evernote übergeben. Vor allem: Man kann diese Übergabe völlig frei nach seinen eigenen Wünschen konfigurieren, Vorlagen einbinden, Listen ergänzen usw. usw. Vor einigen Tagen gab es ein Update: man kann nun auch eigene Abfragen definieren – ausgesprochen praktisch. Da die sogenannte “Prompt-Funktion” so neu ist, hier mal entlang eines Beispiels das Vorgehen erläutert.

Das Ziel

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2 x Prompt, 1 x Evernote

Wie gewohnt soll der in Drafts erstellte Text direkt an Evernote übergeben werden. Nun möchte ich aber noch zwei kurze Abfrageboxen einblenden: eine mit einer kleinen Auswahl meiner wichtigsten Evernote-Notizbücher und eine weitere mit einer Auswahl von Schlagwörtern. Denn unterwegs möchte ich nicht durch lange Listen scrollen und mir möglichst viel Tipperei ersparen. Die Evernote-Action, die wir gleich basteln werden, bewirkt also folgenden Ablauf:

  1. Text wie gewohnt eingeben und Action starten.
  2. Kurze Notizbuchliste erscheint – Fingertipp 1.
  3. Kurze Schlagwortliste erscheint – Fingertipp 2.

Sofort nach dem zweiten Fingertipp übergibt Drafts die Notiz an Evernote und zeigt mir ein leeres “Blatt”. Neue Notiz schreiben oder Smartphone zurück in die Tasche. Fertig.

Das Vorgehen

1. Prompt 1

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Action editieren

Da wir uns hier um die neue Funktion kümmern, erkläre ich jetzt nicht von vorne, wie man eine Evernote-Action generell erstellt. Im einfachsten Fall nimmt man eine bestehende Evernote-Action und schiebt diese etwas nach rechts, so dass diese editiert werden kann (Bleistift wählen). Zunächst müssen wir der bisherigen Evernote-Action um die beiden Abfragen ergänzen. Dazu rechts oben das Plus-Zeichen, im Menü nach unten scrollen, Punkt “Prompt” auswählen und das Prompt-Eingabefenster aufrufen.

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Parameter “Key” ist wichtig

Description: “Display a dialog” – hat weiter keine Bedeutung
Prompt-Key: den Text für “Key” kann man frei wählen, also z. B. “Eingabe” oder “karlotto”. Ich habe hier “prompt1″ gewählt.
Title: gewünschte Überschrift des späteren Popup-Fensters – beliebig
Message: gewünschter Texthinweis – beliebig
Input: “Include text field” – bei Aktivierung würde später eine Texteingabezeile erscheinen und wir müssten z. B. die Schlagwörter tippen; wollen wir nicht – bleibt daher deaktiviert
Buttons: Hier kommen nun unsere Vorgaben hin. Im Beispiel sind es die Evernote-Notizbücher “Entwurf”, “Übersicht” und “Archiv”, die Trennung erfolgt durch einen geraden Strich “|”. Diese 3 Begriffe erscheinen später in meiner kleinen Liste, ich könnte auch noch weitere Listenpunkte vorgeben. “Include cancel button” kann man deaktivieren.

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Buttons definieren

2. Prompt 2

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Popup-Fenster

Tupfengleiches Vorgehen für die Schlagwörter mit einem wichtigen Unterschied: Der Eintrag für “Key” (in Prompt-Key) muss sich unterscheiden von dem aus Prompt 1. Na ja, ich habe ihn jetzt einfach mal “prompt2″ genannt. Bei “Buttons” wurden nun die Schlagwörter “Buchprojekt”, “Kapitel 3″ usw. eingegeben. Rechts ist das Ergebnis, wie es später im Popup-Fenster erscheint, zu sehen.

3. Evernote-Action

Nun zur eigentlichen Evernote-Action. Der Aufbau – also z. B. Platzhalter für Checkboxen, Einfügen von Terminerinnerungen, Parameter für Datum usw. werden wie gewohnt vergeben. Lediglich in die Felder “Notebook” bzw. “Tags” fügen wir jetzt unsere vorhin gewählten Key-Begriffe “prompt1″ bzw. “prompt2″ ein und hängen noch ein “_button” dran. Die fertigen Platzhalter für die Abfragen lauten also im Notizbuch-Feld “[[prompt1_button]]” bzw. “[[prompt2_button]]” im Schlagwortfeld.

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Platzhalter einfügen

Damit ist die Arbeit prinzipiell getan. Noch auf die richtige Reihenfolge im Step-Fenster achten: Prompt, Prompt, Evernote. Wenn diese nicht stimmt, mit dem Edit-Button kurz verändern.

Wer nur die Einordnung in ein bestimmtes Notizbuch möchte, der definiert nur ein Prompt und lässt das Feld bei Tags frei. Oder er setzt dort einen Datumsparameter hin, so dass er als automatischen Tag z. B. “2015-03-01″ erhält usw. Man kann noch sehr viel mehr mit dieser neuen Funktion umsetzen, aber ich denke, das Prinzip ist klar geworden.

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Variante mit Textfeld

 

 
Feb 272015
 
skitch-rand1

Randzone erzeugen

Auf den mobilen Geräten ist Evernote-Skitch sehr beliebt, um Markierungen an Fotos anzubringen. Auch der Web Clipper bringt die Zeichenwerkzeuge mit, ebenso sind die Tools in den Desktop-Versionen eingebaut. In jeder dieser Versionen gibt es folgende Besonderheit: “fährt” man mit meiner Beschriftung oder Markierung etwas über die vorhandene Grafik hinaus, so erweitert sich an dieser Stelle die Randzone automatisch. Und zwar gerade so weit, wie man es benötigt.
Nützliche Funktion gerade auch für Legenden, denn dadurch vermeidet man, dass gerade bei kleineren Grafiken Bildinformationen durch Beschriftung oder Pfeile überdeckt werden. Die Umsetzung ist auch gelungen: man muss nicht gesondert irgendwo definieren, dass der Rand xyz Pixel breit sein soll usw. Wie gesagt: die Zone passt sich von alleine an.

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bessere Lesbarkeit

 

 
Feb 262015
 
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von nun an “nahtlos”

In der heutigen Update-Beschreibung hat Evernote bei seinen iOS-Apps eine Kleinigkeit verschwiegen, die aber ausgesprochen nützlich ist: Apples Handoff-Funktion beherrscht nun auch Evernote. Damit ist das “nahtlose” Arbeiten zumindest in der Apple-Welt [1] möglich. Konkret sieht das so aus: Man arbeitet an einer Notiz auf Gerät 1, unterbricht dort seine Arbeit, ruft auf Gerät 2 Evernote auf und sofort wird dort die Notiz eingeblendet, an der man auf Gerät 1 gearbeitet hat. Beispiel:

  1. Im Wohnzimmer blättert man seine Evernote-Notizen auf dem iPhone durch und sieht, dass man in der Notiz “Posterentwurf” noch etwas ergänzen muss.
  2. Man lässt die Notiz aufgeschlagen, geht zum Arbeitszimmer, zückt dort sein iPad und drückt jetzt nicht den Home-Button, sondern den Ein-Aus-Schalter. Der Sperrbildschirm erscheint, hat aber links unten das Evernote-Symbol.
  3. Diese Ecke “schnippt” man nun nach oben und direkt danach öffnet sich Evernote mit der Notiz “Posterentwurf” auf dem iPad, ohne dass man nach dieser Notiz suchen muss.

Elegant. Was nicht der Fall ist: wenn man einen langen Text in einer Evernote-Notiz bis zur Mitte durchblättert, dass dann das andere Gerät sofort die Notizenmitte ansteuert (wie das bei Pocket der Fall ist) – es wird immer der Anfang einer Notiz aufgerufen. Aber damit kann man, denke ich, leben.

[1] Handoff funktioniert zwischen Mac, iPhone und iPad. iPhone und iPad klappt, ob die Sache auch bereits einschließlich Mac-Desktop funktioniert, kann ich als Windows-Anwender momentan leider nicht überprüfen.

 
Feb 262015
 
das-wesentliche

versperrter Blick

Dieses Eingangsfoto ist eher ungewöhnlich für meinen Blog. Meist schreibe ich hier ja nur über die technischen Aspekte von Evernote. Heute aber mal einen eher un-technischen Beitrag. Eigentlich wollte ich dafür zur Überschrift greifen: “Wie gefährlich ist Evernote?” – fand das aber dann doch zu reißerisch. [1] Das Foto stammt aus einem Andalusien-Urlaub, in dem mir ein Licht aufging. Genauer gesagt: ein paar hundert Lichter. Vorab die Quintessenz meiner Erleuchtung: “Es ist nicht gut, wenn Technik zu einfach zu bedienen ist.”

Es war so um 2008 herum, als ich eine sehr schöne Kirche irgendwo in Andalusien in Ruhe betrachten wollte. Innen war sehr viel dunkles Holz verbaut, es gab nicht viele Lichtquellen, man musste also genauer hinschauen. Konnte man aber nicht, denn es befanden sich just zu diesem Zeitpunkt sehr viele Menschen aus dem “Dritten Lebensabschnitt” ebenfalls in dieser Kapelle. Und jeder hatte eine Digitalkamera. Und jeder machte Fotos. Viele Fotos. Und keiner wusste, wie man den Blitz abstellt. Selbst wenn, so wette ich, hätte bei 99 % das Wissen gefehlt, dass ein Drei-Meter-Blitz halt drei Meter reicht – nicht aber die 20 Meter bis zur Decke. Dafür die drei Meter bis zu meinen Augen. Ich konnte mich auf nichts konzentrieren und verfluchte die Einfachheit der modernen Technik. 10 Jahre zuvor hätte die gleiche Anzahl von Menschen mich in der gleichen Kirche kaum gestört. Denn damals haben sich Ehepaare nur einen Apparat gegönnt. Und man drückte auch nicht wild drauf los, denn jedes Foto kostete Geld. Eventuell hat man sogar Bilder mit nach Hause gebracht, die man sich anschaute, weil man sich vor dem Auslösen überlegte, ob dieses Motiv gut genug für die Kosten von 30 Pfennig je Abzug ist.

Das war jetzt eine ziemlich lange Einleitung. Aber ich finde: man muss es auch mal aushalten können, einen etwas längeren Artikel zu lesen. Halt so, wie man in den 90-Jahren drei Tage auf die Entwicklung des Films warten musste. Den hatte man allerdings vorher 6 Monate in der Kamera, weil er noch nicht “voll” war. So, jetzt aber genug der Foto-Analogien und zum eigentlichen Punkt meines Essays: Dass Evernote, Pocket & Co. das Sammeln von Informationen so einfach machen, hat eine “Dunkle Seite”. Ja, hat es.

Ausgangspunkt: Der Web Clipper von Evernote ist toll. Webseiten. Mails. PDF-Dokumente. Alles kostet höchstens zwei bis drei Klicks. Bei Pocket sogar nur einen Klick. Die neue Scanner-App von Evernote: zwei Fingertipps. Dann ist die Quittung im Archiv. Die Rechnung. Der Kühlschrank-Zettel. Wunderlist: Ein Fingertipp. Bananen. Drin. Orangen. Drin. John Daniels [2]. Drin. Scheidungsantrag. Drin. Von Feedly, Mr. Reader, Zite, Flipboard – Klickedi-klick [3].

Gut, man “hat” es erst mal. Aber das ist noch ein Gefühl aus alten Zeiten. Als Informationen und Wissen physisch greifbar waren. Da “hatte” man 200 Musikplatten, 72 Bücher, 10 Aktenordner. Moment. Jetzt “hat” man das doch auch. Die Festplatte kann man “greifen”. Wenn man das unter “Haben” versteht, dann hat man vielleicht nicht das “Sein” verstanden. [4] Denn genau so könnte man sagen, man “hat” das Wissen des Internets. Ob man sich nun via WLan mit seiner heimischen Festplatte verbindet oder mit den Trillionen Festplatten-Servern in der Welt, das macht faktisch keinen Unterschied. Wenn man statt 10 Jahre 30 Jahre in die Vergangenheit reist, ist das ungefähr das Gefühl, das Studenten am Fotokopierer hatten: Tonnenweise trugen die Papier nach Hause. Ich hatte sogar einen Kommilitonen, der sich besondere Heftgeräte kaufte und mir preisgünstig ganze Bücher “band”. Ich habe bis heute in keins dieser fotokopierten Werke rein geschaut. Aber ich hatte sie.

Nun könnte man sagen: So what? Dann hat man halt mehr Infos auf der Platte, die löscht man dann einfach irgendwann, mit etwas Glück hat man sogar einen Festplattencrash – und nimmt nur das Wesentliche zur Kenntnis. Wenn es so leicht wäre, hätten wir nicht das mulmige Gefühl, von Informationen “überflutet” zu werden. Denn wir merken tief in uns drin: All das Zeug versperrt uns auch den Blick auf das, was wir wirklich “gebrauchen” können. Sie können einen sehr simplen Selbsttest machen: Räumen Sie Ihr Evernote-Archiv doch mal auf, wenn Sie es länger nicht gemacht haben. Plötzlich finden Sie diese irre spannende PDF-Datei, die Sie letzte Woche gut hätten gebrauchen können. Oder die Telefonnummer von Sabine. Sie hatten damals das Gekritzel auf dem Streichholzbriefchen doch extra abfotografiert. Sabine ist inzwischen verheiratet und hat drei Kinder. Ihre Jogging-Daten! Wow – Sie sind ja wirklich drei Wochen lang konsequent gelaufen! Und da – da ist auch der Vertrag vom Fitnessstudio. Goldene Zeiten. Damals. 2010. Die Liste ließe sich endlos erweitern, aber ich denke, der Punkt ist klar geworden. Unter einem Wust von Gesammelten verliert man den Blick für das Wesentliche.

Aber, aber. Evernote hat doch eine tolle Suchfunktion. Ja, hat es. Aber dazu muss man sich erinnern, dass man einen entsprechenden Inhalt einmal archiviert hat. Im Zweifelsfall sucht man die “10 besten Rezepte gegen Frühjahrspollen” im Frühjahr auf Google, findet eine tolle Webseite, speichert diese – und stellt überrascht fest, dass Evernote im Kasten “verwandte Notizen” die gleiche Webseite anzeigt. Die hatte man im letzten Frühjahr bereits gespeichert. Und das ist noch ein einfacher Fall.

Daher stellt Evernote neben der einfachen Suche auch Schlagwörter zur Verfügung. Die kann man auch sehr einfach vergeben. Erinnern Sie sich an Ihre Anfangszeit mit Evernote. Ah! Das Schlagwort “Foto”. Und “Rechnung”. Und “Scan”. Und “wichtig”. Und “wichtig2″ … Haben Sie all diese Schlagwörter genutzt? Nein, natürlich nicht. Wenn so etwas für Ordnung sorgen soll, so muss man das System auch pflegen. Und das ist jetzt auch fast der letzte Punkt dieser Überlegungen: Pflege kostet Zeit. Daher kostet auch interessante aber unwichtige Information Zeit. Denn irgendwann muss man sie aussortieren, sichten, löschen.

Das einfache Fazit, das jetzt schon fast ein bisserl platt klingt: Speichern Sie weniger! Benutzen Sie weniger Notizbücher in Evernote. Nutzen Sie weniger Schlagwörter. Haben Sie den Mut, etwas, was Sie interessiert, nicht zu speichern. Machen Sie den einfachen Test: Wenn Sie sich zwei Minuten nach dem Lesen noch erinnern, warum Sie die Webseite oder das Dokument speichern wollten – dann speichern Sie. Ansonsten war die Information offensichtlich schlicht zu unwichtig. Warum sollten Sie also ihr Archiv damit belasten?

Im diesem Sinne: Speichern Sie diesen Artikel bitte nicht! Nicht in Pocket. Nicht in Instapaper. Nicht in Flipboard. Vor allem aber nicht in Evernote! Zumindest nicht ohne ein sinnvolles Schlagwort …

[1] Ich mag auch keine Titel wie “Die 10 Killer-Tipps für Ihr Zeitmanagement”, “Ninja-Strategien für Ihren Werbefeldzug” oder “Die drei wichtigsten Methoden Ihres Lebens” … zu martialisch für eine Handvoll Zeilen in einem Blog nach meinem Geschmack …
[2] “Du magst ihn vielleicht Jack nennen, aber wenn du ihn so lange kennst wie ich …das war ein Witz!” (Al Pacino in: Der Duft der Frauen)
[3] Humphrey Bogart in “An einem Tag wie jeder andere”.
[4] Erich Fromm: Haben oder Sein. Von 1976. Heute immer noch aktuell.

 
Feb 222015
 
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mit Vorlage erfasst

Zählerstände kann man ja schon lange per Mail übermitteln, aber man muss sich im meist schlecht beleuchteten Keller immer wieder einen Weg zu den Zifferständen bahnen. Also Smartphone zücken, kurz drei Fotos mit Blitz schießen und bequem am PC die Mail schreiben. Auch wenn das nur einmal jährlich zu erledigen ist, hat sich bei mir eine kleine Evernote-Vorlage mit den Nummern der Zähler bereits rentiert. Zur Dokumentation oder falls Rückfragen kommen wandern, neben der Aufforderungskarte aus dem Briefkasten, die drei Foto-Ausschnitte mit in die Jahresnotiz. Es gibt eine ganze Reihe von  Möglichkeiten, eine Evernote-Vorlage mit den neuen Bildausschnitten zu ergänzen, im aktuellen Fall habe ich eine Besonderheit der Evernote-Screenshot-Funktion genutzt, die vielen Anwendern unbekannt ist.

Prinzipiell lassen sich ja leicht und flink direkt via Evernote Bereiche des Bildschirms mit der Tastenkombination “Windows-Taste” + “Druck-Taste” einfangen: Ein Auswahl-Kreuz erscheint, man markiert mit der Maus den gewünschten Bereich und erhält eine neue Notiz mit dem Bildausschnitt. Bei einer Vorlage möchte man den Ausschnitt aber direkt in eine bestehende Notiz einfügen. Für diesen Zweck nach der üblichen Tastenkombination (kurz vor dem abschließenden Mausklick) die STRG-Taste zusätzlich drücken. Hierdurch wird keine neue Notiz angelegt, der Ausschnitt befindet sich aber in der Zwischenablage und kann wie üblich z. B. mit STRG+V genau an der Stelle in die Notiz eingefügt werden, wo er hin soll.

Konkret lief das bei meiner Zählerstand-Aktion so ob: Aufforderungskarte war irgendwann in der Woche im Briefkasten, mit Scannable kurz in Evernote aufgenommen und mit Termin-Funktion versehen, die auch brav am Sonntag “klingelte”. Im Keller rasch die Fotos aufgenommen, die automatisch auf meinem Synology-Speicher gesichert wurden [1]. Zwei Treppen zum Arbeitszimmer, Evernote-Vorlage aufrufen und kurz die Fotos auf dem Synology-Pfad angeklickt. Die drei Ausschnitte mit der STRG-Variante kopiert und in die Vorlage eingefügt. Fertig.

Generell ist diese “Zwischenablage-Übermittlung” eine feine Sache, da einem oft während des Schreibens in Evernote einfällt: “Hier solltest Du zur Erinnerung/Illustration noch rasch einen Foto-Ausschnitt einfügen.”

Der Vollständigkeit halber noch kurz zwei alternative Möglichkeiten: Fotos in eine Notiz ziehen, Annotations-Funktion aufrufen und dort das Werkzeug “Zuschneiden” benutzen. Oder, wenn man alles mobil machen möchte: Zuerst die Vorlage aufrufen, dann innerhalb der Notiz mit der Foto-Funktion von Evernote die Aufnahmen schießen, anschließend die Zuschneide-Funktion verwenden, die auch bei den mobilen Apps im Annotationsbereich vorhanden ist.

[1] Mac-Anwender können sich das durch die iCloud-Sache sparen, die funktioniert bei Windows aber nicht so dolle, so dass ich schon längere Zeit iPad-, iPhone- und Digicam-Fotos direkt auf einem Foto-Pfad auf dem NAS sichere.

 
Feb 202015
 
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blitzschnell an Evernote senden

Ganz neu bringt der bekannte Dienst IFTTT drei kostenlose Apps auf den Markt: Do Note, Do Camera und Do Button [Einzelheiten]. Schon bisher konnte man mit der “normalen” mobilen IFTTT-App tolle Dinge machen, z. B. Zeitstempel mit Google-Map-Ausschnitten oder automatische Checklisten generieren in Evernote. Aber die neuen 1-Klick-Apps sind verflixt schnell: App starten, aus bis zu 3 persönlichen Rezepten auswählen, Fingertipp und fertig. Sehr viele Evernote-Rezepte kann man direkt verwenden (oder passt diese eigenen Bedürfnissen an).

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Foto-Liste

Hier mal das Beispiel einer “Foto-Einkaufsliste”: Man startet “Do Camera” und tippt auf “Einkaufsliste mit Fotos”. Sofort startet die Kamera und übergibt ebenfalls sofort das Bild an Evernote. Dieses wird in der Notiz “Foto-Einkaufsliste” im Notizbuch “Geburtstagsfeier” angehängt, so dass man am Schluss in einer einzigen Notiz eine ganze Fotoreihe hat. Unter jedes Foto wird (durch den Parameter “LocationMapImageURL”) ein Link gesetzt, der einen Google-Maps-Kartenausschnitt anzeigt.

Bei “Do Note” kann man z. B. Rezepte nehmen, die neue Notizen mit bestimmten Schlagwörtern versehen, Check-Listen ergänzen, Notizen in geteilten Notizbüchern aufnehmen (z. B. für Reisevorbereitungen mit einem Partner) und … und … und. In jeder Do-App bleibt zwar eine Beschränkung auf 3 wichtige Rezepte, die man halt besonders häufig nutzt. Wenn man mehr braucht, gibt es ja weiterhin die normale IFTTT-App (die jetzt “IF” heißt).

 
Feb 182015
 
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Evernote-Materialien importieren

Seit längerer Zeit haben die Mini-Server, die von der Datensicherung bis zur eigenen Cloud fast alles können, auch im heimischen Bereich Konjunktur. Über die “Note Station” des Markführers Synology habe ich ja schon ausführlich berichtet (hier und hier), die ja optisch und bezüglicher vieler Funktionen als kleiner “Evernote-Clone” angesehen werden kann. Auch kann man seine Evernote-Notizen praktisch 1:1 importieren. Ein weiterer großer Hersteller von NAS-Boxen ist QNAP, der auch ein Notizen-Modul im Gepäck hat: “Notes Station” ähnelt diesmal nicht Evernote, dafür aber – zumindest optisch – ausgesprochen stark OneNote von Microsoft. Und der Hersteller hat wohl sogar einen kleinen Web-Clipper für den Chrome-Browser im Gepäck.

In der Version 2.0 der Notes Station können auch Evernote-Notizen importiert werden. Da ich keinen QNAP-Server verwende, kann ich nicht beurteilen, wie gut das klappt – vielleicht schreibt ein Leser hier mal seine Erfahrungen? Bei Synology sind meine Erfahrungen jedenfalls sehr gut, Import lief flüssig und alles wurde korrekt übernommen. Auch das Handling der Note Station ist sehr einfach (ich persönlich finde es einfacher, als die Cloud Station zu verwenden). Evernote bleibt für mich die Hauptanwendung, weil damit ein echtes Dokumentenmanagement dank umfangreicher Funktionen machbar ist, aber wenn man ohnehin ein QNAP- oder Synology-System bei sich stehen hat, so bieten derartige Module aus meiner Sicht eine gute Ergänzung. Beispielsweise erspart man sich damit lokale Notizbücher, die man sonst zusätzlich bei Evernote einrichten müsste. Auch die Möglichkeit, verschlüsselte Notizen freizugeben, finde ich praktisch und nutze das auch recht gerne.

 
Feb 162015
 
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zahlreiche Links

Kurzer Hinweis: Die Rubrik “Hilfe und Support” ist neu im Blog. Etliche Links zu Hilfeseiten, wenn man mal ein Problem mit Evernote hat (Support-Ticket erstellen, Server-Status, Foren, Hilfeseiten usw.). Von Zeit zu Zeit aktualisiere ich und nehme neue Links auf. Dazu meine persönlichen Erfahrungen mit Support-Anfragen. Tipp: Einfach in Evernote clippen :-)

 
Feb 152015
 
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Informationen zur Verfügung stellen

Das rasche Freigeben einzelner Notizen, z. B. über Facebook, Twitter, gelingt den meisten Evernote-Anwendern recht gut. Was die Freigabe ganzer Notizbücher betrifft, stolpern inzwischen viele über die Verknüpfung mit dem neuen “Work Chat”, die Evernote vor einigen Wochen eingeführt hat. Diese Verbindung kann man aber, wie wir gleich sehen werden, leicht umgehen.

Zunächst: Es soll uns nicht um die Teamarbeit mit anderen Evernote-Anwendern gehen (wofür es spezielle Funktionen gibt). Sondern hier soll es um einen öffentlichen Web-Link gehen, mit dem ein freigegebenes Notizbuch von jedem aufgerufen werden, der von uns diesen Link erhält. Derjenige kann die Materialien aus den Notizen einsehen und runterladen, benötigt dafür aber nur seinen Browser und muss selbst keinen Evernote-Account haben. Typischer Fall: Man hat ein Workshop-Wochenende durchgeführt und stellt den Teilnehmern eine Reihe von Materialien zur Verfügung: PDF-Dokumente, Fotos vom Flipchart-Brainstorming, Protokolle, Audio- und Video-Dateien usw. Man selbst hat diese Materialien bereits in seinem Evernote-Desktop in ein gesondertes Notizbuch geschoben, mit Anmerkungen versehen usw. und möchte nun einen Link zu diesem Notizbuch verschicken.

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Weitergabe = Änderung

Man ist nun versucht, den Menüpunkt “Notizbuch weitergeben” zu wählen (auf Notizbuch klicken, rechte Maustaste), der aber in die “Work Chat”-Auswahl führt und damit das Vorhaben unnötig umständlich gestaltet. Stattdessen wählt man “Freigabe ändern”, obwohl noch gar keine Freigabe eingerichtet wurde. Durch diesen Kniff erscheint sofort der Button “veröffentlichen” und man bekommt den Weblink (1) zu diesem Notizbuch angezeigt. Diesen Link verschickt man an die Seminarteilnehmer, die damit Zugang zu den eingestellten Materialien erhalten, ohne sich irgendwo anmelden zu müssen. Auf dem gleichen Weg erscheint der Punkt “Öffentlich zugänglichen Link löschen” (2) – ein Klick, und alle Materialien sind wieder aus dem Web verschwunden. Mit dem kleinen Stift (3) kann man noch den Namen des Links ändern. Nennt man also z. B. in seinem eigenen Evernote-Account das Notizbuch “Seminarunterlagen-2015-02-15″ – einfach mit einer kürzeren Variante (“unterlagen”) überschreiben.

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Änderungen leicht gemacht

Auf diesem Weg ist innerhalb weniger Sekunden der öffentliche Link erzeugt, ohne dass man sich um die Funktion “Work Chat” kümmern muss.