Dez 082014
 
gut für Tagungen

gut für Tagungen

Mit Evernote kann man ja – sowohl via Desktop-Anwendung als auch über die mobilen Apps – PDF-Dateien direkt annotieren. Automatisch erzeugt Evernote dabei eine spezielle Index-Seite samt Sprungmarken. Einen sehr praktischen Anwendungsfall beschreibt Felix Schaumburg im Podcast “Bildung-Zukunft-Technik”: Bei umfangreichen Tagungsprogrammen, z. B. einem Barcamp/Educamp, markiert er sich mit Evernote die Stellen, bei denen sein Einsatz gefordert ist. In der Tagungshektik genügt ihm dann ein Klick auf die Stelle im Index-Blatt – und er landet sofort auf der richtigen Seite, die alle Infos wie z. B. Raum der Arbeitsgruppe usw. aufführt.

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rasch markiert

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Zusatzblatt

Zwar könnte man zusätzlich zu den Symbolen noch Text erfassen, aber das Verfahren von Felix gefällt mir recht gut: jedes Symbol hat immer die gleiche Bedeutung. Beispielweise könnte das Ausrufungszeichen bedeuten “Hier muss ich selbst was tun!” und das Herz “Diese Arbeitsgruppe möchte ich besuchen” usw. Symbole und deren Links funktionieren nicht nur innerhalb von Evernote: Die PDF-Datei kann auch mit einem externen Programm, z. B. Acrobat Reader, geöffnet werden – die Indes-Seite samt Sprungfunktion bleibt erhalten. Von daher auch gut geeignet für die Weitergabe an Kollegen, die man damit direkt auf die interessanten Teile aufmerksam machen kann.

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Markierungen entfernen

Zu einem späteren Zeitpunkt kann man übrigens mit einem einzigen Klick seitenweise oder für die ganze Datei die vorgenommenen Markierungen wieder entfernen. Auch kann man die Erzeugung der Index-Seite ganz unterdrücken. Die entsprechenden Einstellungen finden sich im Annotationseditor unter dem Menüpunkt “Bearbeiten”.

Felix Schaumburg und Guido Brombach bringen in dem erwähnten Podcast noch eine Vielzahl weiterer wertvoller Tipps: So stellt Felix seinen Schülern das eigene iPad als “Server” zur Verfügung – via GoodReader-App. Die kann innerhalb eines WLAN nämlich via WebDAV angesteuert werden, was offensichtlich für seine 6. Klasse (also ca. 12 Jahre alt) offensichtlich kein Problem ist (da kenne ich Kollegen, für die das eher ein Problem wäre ;-) ). Habe ich ausprobiert – klappt tatsächlich absolut problemlos. Feiner Tipp – und eine echte Hörempfehlung für den Podcast.

 
Nov 302014
 
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Eine Karte mit 800 Seiten

Evernote kann man auch als eine Art “Geschenke-Box” verwenden. Ich möchte das mal am Beispiel von kostenlosen E-Books illustrieren.

Nach wie vor gehören Smartphones, Tablets und E-Reader zu den beliebtesten Geschenken. Aber 95 % der Beschenkten nutzen bei diesen Geräten nur ein paar Grundfunktionen. So zeigt beispielsweise die JIM-Studie 2014, die vorgestern erschienen ist, dass sich die Kenntnisse von Jugendlichen auf WhatsApp, Facebook, YouTube und eventuell noch Wikipedia beschränken. Fertig. Dabei laden gerade die größeren Bildschirme heutiger Smartphones dazu ein, z. B. an der Haltestelle, im Zug oder auch auf dem heimischen Sofa mal wieder ein gutes (Digital-)Buch zu lesen. Wie wäre es nun, wenn Sie ein solches Buch verschenken, ohne dass es Sie – außer Phantasie – etwas kostet? Denn – ganz legal – können Sie im Netz tausende von Büchern laden, die Copyright-frei [1] sind: Ob nun die “Schachnovelle” von Stefan Zweig, das “Kinderverwirrbuch” von Joachim Ringelnatz, “Der Rabe” von Edgar Allan Poe oder Sherlock-Holmes- und Karl-May-Romane.

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eine Seite

Sammlungen solcher kostenloser E-Books finden Sie beispielsweise bei “Projekt Gutenberg” (bei SPIEGEL.DE) oder Mobileread.com. Für unser Beispiel greifen wir zu dem “dicken” Band “Sämtliche Märchen” von Hans Christian Andersen (Download ePub-Format[2]). Diese Datei fügen Sie in eine Evernote-Notiz ein. Gleichzeitig fertigen wir noch eine “Geschenke-Karte” für unser E-Book an, damit die Geschichte “zum Anfassen” ist und etwas hübscher aussieht.

Für unser Beispiel habe ich zunächst ein Kapitel in eine Reader-App [3] geladen, ein paar Streichhölzer auf das Smartphone gelegt, ein Foto angefertigt und hatte so das Grundmotiv für meine Geschenkekarte. Mit einigen “Frost”- und “Straßenlaternen”-Filtern etwas aufgehübscht. Teil eins ist damit fertig.

Im zweiten Schritt wird die Evernote-Seite etwas netter gestaltet. Der pure E-Book-Download wirkt ja etwas kahl – also z. B. noch eine Grafik gestalten, evtl. etwas Musik einbinden – oder mit der mobilen Evernote-App einen persönlichen Audio-Gruß einsprechen. Jetzt wirkt die Notiz doch gleich viel netter.

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Notiz mit Inhalten füllen

Nun zurück zu unserer Geschenke-Karte. Das Bild-Motiv ist erstellt, jetzt fehlt noch der Link zu unserer eben erstellten Notiz. Daher fügen wir noch einen QR-Code, wie man ihn z. B. von Konzertplakaten kennt, ein. Der Beschenkte muss später nur kurz sein Smartphone auf diesen Code halten – und schon öffnet sich unsere Notiz im Web. Dazu erzeugen wir zunächst einen üblichen Freigabe-Link (auf dem Desktop: rechts oben über der Notiz), der automatisch in unserer Zwischenablage landet[4]. Als nächstes rufen wir eine Seite auf, die Links in eine QR-Grafik verwandelt – dafür gibt es hunderte von Webseiten, z. B. diese hier.

Damit haben wir nun die zweite Grafik, die wir benötigen: Diese einfach in einem Grafik-Programm zum Motiv hinzu fügen und auf stärkerem Fotopapier [5] ausdrucken.

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die fertige Karte

Zusammen mit ein paar Keksen oder einer Tafel Schokolade hat man so ein (Zusatz-)Geschenk zum “Anfassen”, originell auch für ein kleines Adventsgeschenk, Adventskalender, Wichtel-Abende oder einfach mal “zwischendurch”.

Bonus-Tipp: Die Evernote-Notiz, zu der die Karte verlinkt, können Sie ja noch kurz vor dem Auspacken bearbeiten. Tippen Sie beispielsweise noch rasch mit der Evernote-App auf Ihrem Smartphone die Zeile dazu “Jung, die Socken, die Du gerade von Tante Erna erhalten hast, musst Du nicht tragen” – und Sie erreichen einen kleinen Verblüffungseffekt ;-)

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fertige Webseite

[1] Prinzipiell: 70 Jahre nach dem Tod eines Autors können die Original-Texte frei verwendet werden. Es gibt dann noch eine Reihe von Bedingungen, wenn es sich z. B. um neue Textfassungen, Übersetzungen usw. handelt.
[2] “ePub” ist ein ideales Format, da sich der Text flexibel an unterschiedliche Bildschirmgrößen anpasst. Für alle Smartphones und Tablets gibt es kostenlose Lese-Apps, Tolino-Shine usw. verstehen das Format ohnehin. Lediglich Kindle-Besitzer müssen eine kurze Konvertierung in das Amazon-Format vornehmen. Das geht rasch mit dem kostenlosen Tool “Calibre“.
[3] Die umfangreichste App (iOS und wohl auch Android) ist “Marvin“. Seit kurzer Zeit gibt davon einen “kleinen Bruder” mit einigen Besonderheiten “Gerty” – unbedingt mal anschauen.
[4] Evernote erzeugt ja – absichtlich, damit nicht jemand einen Link zufällig errät – sehr lange Notizen-Links “https://evernote.com/share/xxyyzz usw.”.
[5] Gute Erfahrungen habe ich gemacht mit HP Premium Pro, 300 gr. Auch nach langer Lagerung “biegen” sich nicht die Karten und vor allem haben sie auf der Rückseite eine Beschichtung, die der Tintenstrahldrucker besser fassen kann. Bei anderem Papier verrutschen bei mir immer die letzten 2 cm.

 
Nov 282014
 
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Liste sortieren

Im Laufe der Zeit sammeln sich doppelte Notizen. Leider hat Evernote keine Funktion, die automatisch erkennt, ob eine Notiz bereits vorhanden ist. Aber es gibt ein Verfahren, das es zumindest erleichtert, solche Doppelungen in der Desktop-Anwendung ausfindig zu machen:

  1. Die mittlere Vorschau-Ansicht auf die kompakte Listenansicht umstellen. Bei kleinem Bildschirm: die linke Spalte ausblenden, so gewinnt man Raum für lange Überschriften.
  2. Die Spalte mit “Titel” ganz nach links ziehen, möglichst “breit” einstellen, damit man die ganze Überschrift lesen kann und durch Klick auf die Spaltenüberschrift alphabetisch sortieren.
  3. Neben der Titel-Spalte die Größen-Spalte ziehen – identische Notizen haben ja die gleiche Größe, so dass man einen zusätzlichen Anhaltspunkt hat.

Da man nicht täglich nach Dubletten suchen muss (sonst sollte man mal sein Kurzzeitgedächtnis überprüfen ;-) ), sondern dies eher gelegentlich bei größeren Aufräumarbeiten durchführt, ist der Aufwand des “manuellen” Suchens meist erträglich. Man kann ja zusätzliche Filter nutzen, z. B. nur in einem bestimmten Zeitraum oder in einem bestimmten Notizbuch suchen oder Archiv-Notizbücher ausschließen.

 
Nov 252014
 
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Kann mehr, als man denkt!

Für einzelne Papierseiten, z. B. aus dem Notizbuch, genügt die in Evernote eingebaute Dokumentenkamera. Wenn die Vorlage umfangreicher ist, z. B. eine Reihe von Seiten aus einem Buch, so ist das Erfassen mit einer speziellen App momentan [1] noch der flexiblere Weg. Unter iOS schon lange besonders beliebt: “Scanner Pro” von Readdle. Natürlich enthält die App einen direkte Schnittstelle zu Evernote, so dass die Zusammenarbeit problemlos ist.

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zügiges Erfassen

Ich möchte hier aber nicht die gesamte App vorstellen, sondern einige Funktionen, die man im Alltag oft übersieht. Prinzipiell kann man z. B. eine Reihe von Vorlagen, z. B. Buchseiten, “in einem Rutsch” aufnehmen, indem man bei der Erfassung kurz auf den Multipage-Modus umstellt (Icon rechts oben). In diesem Modus geht die Erfassung deutlich schneller voran. Aber gerade umfangreiche Werke liest man ja selten “an einem Stück”. Vielleicht findet man während der Zugfahrt noch weitere Seiten, die in das eingescannte PDF-Dokument aufgenommen werden sollen.

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neue Seiten

Dieses spätere Hinzufügen gestaltet sich ebenfalls sehr einfach bei Scanner Pro: Man wählt das bereits erfasste Dokument aus der Cover-Hauptansicht aus. Anschließend kann man via Kamera weitere Seiten aufnehmen – oder man wählt diese aus seiner Fotogalerie aus.

Über den Punkt “Bearbeiten” lassen sich auch die einzelnen Seiten bewegen – man kann also jederzeit die Reihenfolge der Scans innerhalb eines Dokuments per Drag ‘n Drop ändern oder Seiten löschen. Sofern der Scan für Studienzwecke erfolgt, würde ich empfehlen, die Seite mit den bibliographischen Angaben und das Inhaltsverzeichnis ebenfalls zu erfassen, damit man alles zur Verfügung für Zitate bzw. für das Erstellen von Literaturverzeichnissen zur Hand hat.

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Reihenfolge ändern

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Cover-Ansicht mit Seitenzahlen

Bildquelle: In den Screenshots ist das sehr empfehlenswerte Buch
von Mike Rohde zu sehen “Das Sketchnote Handbuch”.

[1] In den nächsten Wochen erscheint von Evernote die kostenlose App “Scannable”, die ich momentan in einer Beta-Version teste. Rasend schnell ist die App bei der Erfassung von beliebig vielen Vorlagen, wandelt auch in PDF um und macht überhaupt einen sehr guten Eindruck. Bericht folgt, wenn die App für alle verfügbar ist.

 
Nov 232014
 
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flott gefunden

Im Alltag haben sich bei mir zwei Evernote-Favoriten bewährte: Nummer eins verweist auf eine Sofort-Notiz. Diese “immerwährende” Notiz hat nur einen Sinn: besonders schnell mein “Ah! – Musst Du nachher noch erledigen!”-Gedanken zu archivieren. Ohne über Checkboxen nachdenken zu müssen. Oder Schlagwörter. Oder Einordnung in Notizbücher. Gewissermaßen für die “Morgens um 10:00 – die kleine Notiz für zwischendurch.”

Nummer zwei ist ein Schlagwort, das aus einem Ausrufungszeichen besteht. Es steht für “Diese Notiz werde ich gleich benötigen und ich möchte sie nicht erst suchen müssen”. Wenn ich beispielsweise eine Webseite mit einer Anschrift in Evernote aufgenommen habe und weiß, dass ich sie gleich ins Navi eingeben muss. Dann wird zu Hause auf dem Desktop-Computer dieser Tag auf die Notiz gezogen (oder die Notiz auf das Schlagwort). Fertig. Im Auto das Smartphone öffnen, auf das Ausrufungszeichen klicken – und die Adresse ist da. Wenn sich etwas erledigt hat, wird das Ausrufungszeichen mit einem Klick von der Notiz entfernt (oder die ganze Notiz gelöscht). So verbergen sich hinter dem Ausrufungszeichen meist nur 1 bis 2 Notizen – ich habe dringende Infos immer sofort zur Hand, ohne über Einordnungen oder Offline-Ordner nachdenken zu müssen. Beide Favoriten befinden sich auch allen meinen Geräten ganz oben bzw. ganz vorne.

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automatischer Sync der Favoriten

 
Nov 222014
 
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Materialsammlungen archivieren

Die “Bundeszentrale für politische Bildung” (bpb.de) ist vielen sicher noch aus der Schulzeit bekannt: die Materialien wurden und werden oft z. B. im Gemeinschaftskunde-/Sozialkundeunterricht verwendet. Ein Angebot dieser Zentrale nennt sich “#pb21 – Web 2.0 in der politischen Bildung” (pb21.de). Dort wird aktuell in einem Artikel Evernote für Materialsammlungen bzw. als Seminarreader empfohlen. In der unteren Hälfte findet sich ein Abschnitt “Einsatzmöglichkeiten in der pädagogischen Praxis”, der für Seminarveranstalter interessant ist, die sich noch nicht so gut mit der Sharing-Funktion auskennen. Insgesamt eine nette Einführung, die man auch mal an Kollegen weiter reichen kann, die beispielsweise mit beruflichen/betrieblichen Fortbildungen zu tun haben. Mein Vorschlag: Artikel in Evernote speichern :-)

 
Nov 212014
 
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In iOS: Widget-Erweiterung

Gestern wurden eine Reihe von kleinen Updates bei den unterschiedlichen Evernote-Versionen veröffentlicht: Die Android-App kann nun auch Visitenkarten erkennen und auslesen (Premium), das iOS-Widget wurde um die Thumbnail-Anzeige der Notizen erweitert, die man zuletzt aufgerufen hat, die Mac-Version wurde optisch heller gestaltet und dem neuen Yosemite-Outfit angepasst und Windows und die anderen Apps haben beim Work-Chat die Möglichkeit erhalten, dass nicht nur Notizen, sondern auch ganze Notizbücher mit einem Klick freigegeben werden können. [1]

Über die negative Aufnahme der neuen Penultimate-Version (iPad) hatte ich ja berichtet: Evernote hat reagiert, etliche der kritisierten Funktionen verbessert und reicht eine neue Version momentan bei Apple ein – sollte also bald erhältlich sein.

[1] Kleiner Tipp für die Erzeugung des Klassik-Links (= evernote://xyz … im Unterschied zu https://xyz) unter Mac: da scheint sich das Verhalten etwas geändert zu haben: Option muss nun vor dem Rechtsklick gedrückt werden.

 
Nov 172014
 
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ein Update vom Update soll kommen

Tja, da wollte Evernote seine iPad-Handschriften-App völlig neu gestalten – und stieß auf heftigen Widerstand der bisherigen Anwender. Klarer sollte sie sein, neue Zoom-Funktion, keine einzelnen Blätter mehr und … und … und. Am Freitag erschienen, bisher im deutschen Appstore über 150 1-Sterne-Bewertungen, so dass Evernote bereits eine radikale Um-Rück-Sonstwie-Gestaltung in kurzer Zeit versprochen hat. Warten wir also noch ein wenig und schauen uns dann das Update vom Update an :-)

Etliche Nutzer berichten davon, dass ihre Penultimate-Notizen in Evernote nach der Installation des Updates plötzlich verschwunden wären. Bei mir war das nicht der Fall, aber die neue Version nutzt ein anderes Ablageverfahren. Wer doch installieren möchte, der kann ja seine bisherigen Penultimate-Notizen in einer ENEX-Datei oder im JPEG-Format sichern. Dazu ein kleiner Tipp: mit dem Suchparamter “sourceApplication:penultimate.*” (mit Sternchen am Schluss) lassen sich die entsprechenden Notizen filtern.

 
Nov 162014
 
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Vorbereitung ist der halbe Erfolg

Jeder kennt die Kurzform von Murphys Gesetz: “Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen”. Wenn es einen Bereich gibt, in dem dieser Erfahrungswert besonders zutrifft, dann auf dem Gebiet von Vorträgen oder Präsentationen. Erst vor einigen Tagen bei der – übrigens: sehr aufgelockerten und gut umgesetzten – Absolventenfeier unserer Psychologen ging im technisch sehr gut ausgestatteten Hörsaal der Mediziner ausgerechnet beim Hauptvortrag fast alles schief. Nun, nach einem zweiten Anlauf klappte es dann. Aber in der Regel sind es gerade die wichtigen Präsentationen – z. B. für eine Bewerbung, bei einem Großkunden oder im Rahmen eines Kongresses – bei denen einen Kleinigkeiten ins Stolpern bringen.

Daran ändert – leider – auch der inzwischen sehr gute Präsentationsmodus von Evernote: Unter Mac ist eine Bearbeitungsschiene hinzu gekommen, bei iOS sehen die integrierten Player für Dokumente, Video und Audio sehr gut aus, nur unter Windows wirkt er noch ein wenig mager. In der Regel ist es ja Dinge wie der vergessene Adapter, der leere Akku oder das fehlende Backup, die einem die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Aber auch der fehlende Parkplatz oder die Suche nach dem richtigen Raum können den Puls erhöhen.

Daher mein Tipp: Legen Sie sich in Evernote eine Checkliste an, die Ihnen hier hilft. Ich habe eine solche Liste erstellt. Aus meiner Erfahrung [2] heraus würde ich sagen, dass damit 90 % der üblichen Fehlerquellen abgedeckt sind. Die restlichen 10 % sind Ereignisse, auf die man selbst nie kommt :-)

Die Evernote-Liste finden Sie hier.
Oder, falls Sie Wunderlist verwenden, eine öffentliche Liste.

 

[1] Ursprünglich: “Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonstwie unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genau so machen.” (Wikipedia).

[2] Kürzlich mal überschlagen: fast 2.000 Präsentationen dürfte ich in meiner Unilaufbahn gesehen und gehört haben.

 
Nov 102014
 
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ZEIT-Artikel wird erkannt

Neu ist bei Evernote – neben dem Work-Chat (für alle Accounts) – die “Kontext-Funktion” (nur Premium- bzw. Business-Accounts). Da momentan englischsprachige Nachrichtenquellen wie “The Wall Street Journal” oder “TechCrunch” mit dieser Funktion verknüpft sind, ist sie zwar im deutschsprachigen Raum noch nicht von zentraler Bedeutung, aber da sie auch in unseren Accounts funktioniert, hier mal ein kleines Beispiel:

Wer meinen Blog schon länger liest, der weiß, dass ich ein Freund der Zeitschriften-App “DIE ZEIT” bin und die digitale Ausgabe der gedruckten vorziehe. Interessante Artikel kann ich direkt aus dieser App an Evernote übergeben (per eingebauter Mail-Funktion), in der Notiz landet der “pure” Text und kann von mir dort bearbeitet werden. In der aktuellen Ausgabe ist ein recht guter und umfangreicher Artikel über Walter Mischels klassisches Experiment zur Belohnungsaufschiebung enthalten. Passt gut zu meinem Seminar für Lehramtsstudenten über das Thema “Lehrerpersönlichkeit” – also ab damit in den Evernote-Unterrichtsvorbereitungs-Ordner zum Seminar.

Evernote untersucht nun den Inhalt nicht einfach nach Stichwörtern. Das Unternehmen hat im Herbst letzten Jahres ein 6-köpfiges Team ins Haus geholt, das für die Entwicklung von Algorithmen im KI-Bereich zuständig ist. Dieses Team entwickelte z. B. die neue deskriptive Suche (bisher leider nur in der englischen Mac-Version, soll aber auf andere Länder übertragen werden), verbesserte die Funktion “verwandte Notizen anzeigen” (Premium-Account) usw. Dieser Algorithmus versucht, den Sinn einer Notiz zu erkennen (wer das nicht möchte, kann diese Funktion abschalten). Das kann man sehr gut am oben erwähnten Beispiel erkennen: Zu dem Experiment werden genau passende Artikel am Ende der Evernote-Notiz eingeblendet:

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passt genau

Beim Klick auf den ersten Link erhält man einen Text-Artikel (ähnlich wie durch Evernote-Clearly bereinigt) aus dem Wall Street Journal vom September angezeigt. Mit einem Klick kann man den Artikel in Evernote übernehmen. Hinter der zweiten Angabe verbirgt sich ein Link zu einer Webseite einer anderen Quelle – ebenfalls genau passend zum Notizentext.

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Artikel-Übernahme

Wenn demnächst die Kontext-Funktion vollständig umgesetzt ist, so soll man unter den Desktop-Anwendungen und in der Web-Ansicht diese zusätzlichen Informationen während des Tippens bereits eingeblendet bekommen, während man noch an der Notiz schreibt. Das klappt bereits seit einiger Zeit mit den verwandten Notizen (die künftig im gleichen Kontext-Abschnitt auftauchen werden). Wenn gute deutschsprachige Quellen aufgenommen werden, könnte das eine interessante Funktion werden. Ob es sich allerdings für Evernote lohnt, z. B. in Lizenzen für unseren Markt zu investieren, wird man sehen. Nun, jedenfalls hat Evernote gerade heute weitere 20 Millionen von Nikkei erhalten, das Unternehmen, das neben dem japanischen Börsen-Index auch Unternehmensnachrichten veröffentlicht. Daher wird Kontext auch um diese Quelle erweitert.