Aug 282014
 
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Sicherung per Schlagwort

Evernote bietet vielfältige Sicherungsmöglichkeiten: Vom einfachen Backup der lokalen Datenbank bis hin zum vollständigen Export aller Informationen und Anhänge, so dass man auch völlig ohne Evernote jederzeit Zugriff auf sämtliche Informationen hat. Allerdings kosten die einzelnen Verfahren, je nach Größe des Archivs, doch etwas Zeit. Beispielsweise sichert bei mir ein Tool die PC-Evernote-Datenbank via WLAN auf den kleinen Wohnzimmerserver (wöchentlich einmal), bei einem Umfang von 8 GB benötigt dieser Vorgang knapp 10 Minuten. Eventuell geht es einem aber nur um ganz bestimmte Notizbücher oder eine Reihe einzelner Notizen, die man noch schnell zwischendrin, z. B. in seinem Dropbox-Ordner, sichern möchte.

Für diesen Zwecke greife ich eine Anregung von Jamie Todd Rubin auf und modifiziere die etwas: Jenen Notizen, die man sichern möchte, gibt man ein bestimmtes Schlagwort, z. B. “Backup” oder “Sicherung”. Eine Batch-Datei sorgt dann für die automatische Sicherung. Noch ein Stück schneller geht es, wenn man das Schlagwort in seine Favoriten-Leiste aufnimmt: Man muss dann lediglich die gewünschten Notizen auf das Schlagwort ziehen – fertig.

Batch-Datei erstellen
Die Erstellung der Datei kostet nur ein paar Minuten. Es genügt, wenn man den folgenden Code in eine Textdatei kopiert und die Pfade für sein eigenes Windows-System anpasst. Später muss man sich um diese Datei nicht mehr kümmern und hat also keine weitere Arbeit damit.

Allgemeine Struktur
[Pfad zur Datei ENScript.exe] [Parameter] [Backup-Pfad] [gewünschter Dateiname]
Die Batch-Datei nimmt den Pfad zur Datei “ENScript” auf und übergibt Parameter wie z. B. das ausgewählte Schlagwort “Sicherung” oder den Namen eines Notizbuchs. Mit diesen Parametern wählt die Batch-Datei die betreffenden Notizen aus, packt diese in eine einzige (ENEX-)Datei und sichert diese Datei auf dem gewünschen Pfad. Zusätzlich wird automatisch ein Datum an den Dateinamen vergeben, so dass man die Übersicht behält. In unserem Beispiel landet als Ergebnis auf dem Backup-Pfad eine Datei mit dem Namen “2014_08_24_schnellbackup.enex”. Diese Datei kann man jederzeit wieder in Evernote importieren.

Beispiel-Code
Die Textzeile könnte so aussehen:
“C:\Program Files (x86)\Evernote\ENScript.exe” exportNotes /q tag:backup /f D:\backup\%date:~-4,4%_%date:~-7,2%_%date:~-10,2%_schnellbackup.enex

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Pfad in der Notiz

Der erste Pfad muss in Anführungszeichen gesetzt werden, da er Leerzeichen enthält. Abschließend speichern Sie die Datei und legen diese mit einem einprägsamen Namen, z. B. “evernote-sicherung.bat” in einem Festplattenverzeichnis ab. Sie können sich zusätzlich den Festplatten-Link zu dieser Batch-Datei in eine Notiz kopieren und ebenfalls in Ihre Favoritenleiste ziehen. Später genügt ein kurzer Klick auf diesen Link – der Vorgang wird gestartet.

Wenn man eine zeitgesteuerte Ausführung der Batch-Datei wünscht, so nimmt man diese in der Windows-Aufgabenplanung vor und stellt z. B. ein: “Jeden Tag, 17:00 Uhr, evernote-sicherung.bat starten”.

Ablauf
In der Praxis sieht das also so aus: Ich bin unter Zeitdruck, denke “Oh Mann, hoffentlich geht beim Sync nichts schief, die Notizen A, B und C sind wirklich wichtig!”. Dann schnappe ich mir diese Notizen, ziehe sie kurz auf das Schlagwort “backup” und starte mit einem Klick auf den Festplatten-Link die Batch-Datei. Am Abend sehe ich, dass irgendwas mit dem Sync nicht korrekt geklappt hat, öffne meinen Dropbox-Ordner, finde dort die angelegte Sicherungsdatei und ziehe sie kurz in Evernote. Und alles ist gut :-)
(Wer an einem Mac arbeitet, kann statt der Batch-Datei ein Apple-Script verwenden.)

 

 
Aug 232014
 
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ENEX-Export

Gelegentlich versuche ich ja zu zeigen, wie Evernote hinter den Kulissen “tickt”. So beschäftigt sich beispielsweise ein Artikel damit, wie Evernote Inhalte in Bildern erkennt (“Texterkennung in Fotos”) oder wie die Datenbank von Evernote aufgebaut ist (“Schlagwörter in Excel importieren”). Heute werfen wir einen Blick auf das ENEX-Format und kümmern uns auch etwas um die Frage, wie man da seine Dateien wieder “rauskriegt”.

Exportmöglichkeiten von Evernote
Prinzipiell kann man alle Notizanhänge mit einem simplen Klick wieder auf seiner Festplatte speichern: z. B. Notizen markieren, Menüpunkt “Anhänge speichern”, fertig. Schon hat man Fotos, PDF-Dokumente, Excel-Dateien wieder auf seiner Festplatte, ohne auf Evernote angewiesen zu sein. Allerdings gehen auf diese Weise eine Reihe von zusätzlicher Informationen verloren: Welche Schlagwörter hatte man in der Notiz vergeben, welchen Titel, was war das Erstell-Datum usw. Daher stellt Evernote noch eine Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung, den Anhang samt zusätzlicher Informationen zu exportieren. Die “kompakteste” Möglichkeit ist dabei das ENEX-Format: in einer einzeigen Datei können beliebig viele Notizen exportiert und zu einem späteren Zeitpunkt (oder in einen anderen Account) mit einem Klick wieder importiert werden. Ideal auch für Notiz-Vorlagen oder bestimmte Backup-Vorhaben.

ENEX – ein offenes Format
Die meisten Anwender denken, dass das ENEX-Format ein ganz spezielles Datei-Format wäre, das nur Evernote lesen kann. So ähnlich, wie wenn man eine Word-Datei in das PDF-Format konvertiert. Dem ist aber nicht so – ENEX-Dateien können jederzeit ganz ohne Evernote gelesen werden. Denn in Wirklichkeit hat man es eigentlich – laienhaft gesprochen – nur mit einer Textdatei zu tun. Diese enthält Informationen wie z. B. Schlagwörter und den Anhang. Das sieht für unserer Beispielnotiz so aus:

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ENEX im Texteditor

Die exportierte Datei wurde hier in einem ganz normalen Texteditor geöffnet. Die ersten Zeilen bilden gewissermaßen eine Art “Mantel” mit einigen standarisierten Hinweisen, damit Programme wissen, wie sie mit dieser Datei umgehen sollen. Weiterhin finden wir hier Meta-Informationen wie z. B. Änderungsdatum, Schlagwörter oder GPS-Daten – je nachdem, was wir unserer ursprünglichen Evernote-Notiz beigegeben hatten. Dies alles ist im Klartext lesbar. Erst wenn es um angehängte Dateien geht, werden die Zeilen “unlesbar”. Zu Beginn dieser Zeilen finden wir den Hinweis <data encoding=”base64″> und im Anschluss an die letzte dieser Zeilen zeigt ein </data> das Ende an. Abschließend folgen noch einige weitere Metadaten im Klartext, z. B. der Herkunftslink.

BASE64 – ein bekanntes Format
Bei “BASE64″ handelt es sich um ein bekanntes Format, das schon lange für Mail-Anhänge genutzt wird. Dieses “BASE64″ besteht aus einem eng umgrenzten Zeichensatz, den quasi jeder Server im Internet versteht. Evernote benutzt dieses Standardformat, um “Nicht-Text-Anhänge”, also PDF, Word- oder Bild-Dateien, einheitlich in sein Export-Format zu integrieren.
Dieser Format-Aufbau hat für den Anwender einen großen Vorteil: Er könnte seine Dateien jederzeit aus der exportierten Datei lösen, ohne Evernote benutzen zu müssen. Also selbst, wenn Evernote sich in Luft auflöst oder die Software auf dem Computer aus irgendeinem Grund nicht mehr funktioniert und man im Backup nur solche ENEX-Dateien hat, kann man seine Dokumente extrahieren. Alles, was man dazu benötigt, ist ein “BASE64-Umwandler”. Die gibt es zahlreich im Netz, online und offline verfügbar – ich habe hier zum kleinen und kostenlosen Tool “Base64 De-/Encoder” gegriffen.

Dateien extrahieren
Alles, was man benötigt, ist jener Textteil, dier wie oben beschrieben zwischen <data encoding =”base64″> …. …. und </data> steht. Diesen Teil kopiert man in eine Textdatei, die sonst nichts enthält. Damit ich auf der Kommandozeile nicht so viel tippen muss, habe ich den ENEX-Datei in “b.enex” umbenannt und als Namen für die Word-Datei “b.doc” gewählt.

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rasche Konvertierung

Die so umgewandelte “b.doc”-Datei ist sofort in Word aufrubar und funktioniert wie gewohnt – es ist ja praktisch die Originaldatei.

Fazit
Es liegt auf der Hand, dass diese Art von “Wiederherstellung” seiner Notiz-Anhänge im Alltag zu umständlich wäre, da bietet Evernote selbst viel elegantere Möglichkeiten. Aber darum ging es hier auch nicht. Es sollte lediglich der Aufbau illustriert werden und gezeigt werden, dass man jederzeit auch jenseits von Evernote wieder an seine Daten gelangen kann. Wer tiefer in die Materie einsteigen und die genauen technischen Spezifikationen des ENEX-Formats wissen möchte, dem sei dieser Artikel empfohlen.

 
Aug 212014
 
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ungünstige Dateinamen

Evernote übernimmt für Fotos, PDF-Dateien usw. intern die Original-Dateinamen, also z. B. “Foto2014-08-16-123.png” oder “XN-A108-PFT.PDF” usw. Das ist in der Regel unproblematisch, da man ja Überschriften, Schlagwörter usw. nach Belieben definieren kann. Wenn man allerdings eine solche Datei wieder aus Evernote “löst”, also z. B. auf einem Pfad speichert oder via Drag ‘n Drop in eine Mail zieht, kommt der ursprüngliche Name wieder zum Vorschein. Gerade bei Notizen, aus denen heraus man oft einen Anhang verschickt oder für Backup-Vorgänge, bei denen man möchte, dass der Dateiname aussagekräftig ist, lohnt sich daher gelegentlich eine Umbenennung.

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Dateinamen ändern

Ohne dass der Rest der Notiz verändert wird, kann man das direkt innerhalb der Notiz erledigen: rechte Maustaste und “Umbenennen …” wählen. Damit erhält man einerseits den ursprünglichen Dateinamen (evtl. möchte man das Aufnahme-Datum des Fotos so erkennen), andererseits kann man den neuen Namen direkt tippen (korrekte Dateiendung nicht vergessen) – ohne Zwischenspeicherung des Dokuments wird dieser Name sofort übernommen.

Bei späteren Export-Vorgängen erhält man den neuen Namen. In unserem Beispiel wird die PDF per Drag ‘n Drop in eine Outlook-Mail übernommen:

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neuer Dateiname

 
Aug 172014
 
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Unterrichtsprojekte rasch erstellt

Es gibt für jedes Smartphone Apps, mit denen man auf einfache Weise Stop-Motion- oder Zeitraffer-Videos erzeugen kann. Ideale Sache für den Unterricht in naturwissenschaftlichen Fächern, da man auf diese Weise Schülern langwierige Prozesse verdeutlichen kann: Das Wachstum von Pflanzen, Gärungsprozesse, Schimmelbildungen, chemische Reaktionen, Brutvorgänge im Tierreich usw. usw. Diese Apps sind auch recht pfiffig gemacht: Man kann z. B. die Zeitabstände zwischen den Einzelaufnahmen einstellen und automatisch auslösen lassen. Oder man bekommt die vorherige Aufnahme transparent angezeigt und kann das Smartphone im gleichen Winkel aufsetzen. Auf diese Weise entstehen einfache Kurzfilme, die aber meist nur ein paar Sekunden dauern.

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“Kreide”-Umriss

Für Unterrichtszwecke kann es aber sinnvoller sein, wenn sich Schüler einzelne Stadien des Prozesses in Ruhe anschauen können, man also gewissermaßen “Standbilder” des Videos kommentieren kann. Wie dies sehr unkompliziert mit Evernote machbar ist, verdeutliche ich mal am Beispiel einer Knetmasse. Einige Leser werden sich noch an “Silly Putty” erinnern, eine Silikon-Hüpf-Knete die es heute unter der Bezeichnung “intelligente Knete” im Handel gibt. Diese Masse nimmt sehr rasch verschiedene Zustandsformen an, z. B. wandelt sie sich von einem festen Block in etwa einer Stunde zu einer gallertartigen Masse. Diese “Metamorphose” habe ich mit der kostenlosen iPhone-App TimeShutter eingefangen. Der Vorteil bei dieser App: sie erzeugt beim ersten Bild eine Art “Kreide-Umriss”, so dass man nicht unbedingt ein Stativ benötigt. Für das zweite Bild justiert man diesen Umriss am Gegenstand, so dass man im gleichen Winkel fotografiert. Ebenfalls dabei: Eine Erinnerungsfunktion für das Auslösen, falls man z. B. über mehrere Tage jeweils nur 1 oder 2 Bilder zum gleichen Zeitpunkt aufnehmen möchte (oder ein Jahres-Selfie von sich basteln möchte, um zu zeigen, wie man altert … soll es ja geben).

Jedenfalls entsteht auf diese Weise eine Fotoserie, aus der man ein Video erzeugen könnte. Für unsere Zwecke werden die Bilder in einem Rutsch ins Fotoalbum des Smartphones exportiert und von dort in einzelne Evernote-Notizen aufgenommen [1].

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Prozesse sichtbar machen

Auf diese Weise können jeder Aufnahme Erläuterungen beigegeben werden: Texte, Skizzen, Messergebnisse usw. Natürlich kann man mit der Bild-Annotationsfunktion von Evernote auch direkt Besonderheiten hervorheben, die sonst übersehen würden. Da inzwischen sowohl die mobilen als auch die Desktop-Anwendungen von Evernote über einen Präsentationsmodus verfügen, kann man diese Notizen über den Beamer ohne Umweg an die Wand werfen (man erspart sich also die Erstellung einer PowerPoint-Datei).

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Zeitraffer-Blog

Wenn man noch einen Schritt weitergehen möchte, so kann man mit wenigen Klicks seine Zeitraffer-Aufnahmen in einen öffentlichen Blog verwandeln: Über den Dienst “postach.io” habe ich ja schon berichtet. Man vergibt also der Zeitraffer-Notiz in Evernote einfach nur ein Schlagwort wie z. B. “publizieren” – und schwupp ist ein neuer Blog-Beitrag etwa unter der URL “schulprojekte.postach.io” entstanden, ohne dass man irgendwas tun muss. Man kann unter einer Reihe moderner Design-Vorlagen wählen, die auch auf Smartphones und Tablets sehr gut dargestellt werden.

Ein Anwendungsfall wäre beispielsweise, dass man ein Haustier hat und in diesem Schulprojekte-Blog täglich ein Bild davon postet (z. B. die Schildkröte im Winterschlaf). Wenn man dann in die Klasse kommt, wissen die Schüler schon, dass Klein-Schildi morgens ihren Kopf aus dem Panzer gestreckt hat …

[1] Bei längerfristigen Projekten kann man auch diesen Import automatisieren: Fotos in gesondertes iOS-Album speichern, den iCloud-Ordner dieses Albumgs von Evernote auf dem Desktop überwachen lassen und mit einem ausgewählten Notizbuch verbinden.

 
Aug 112014
 

avatar“Herr Mess”, seines Zeichens Lateinlehrer, betreibt einen sehr empfehlenswerten Blog. In diesem berichtet er unter anderem über seinen Schulalltag und die Tools, die er zur Organisation privater und beruflicher Angelegenheiten verwendet. Er setzt sehr dafür sehr systematisch Evernote ein. Wir stehen schon länger in Kontakt, und so freue ich mich sehr, dass Herr Mess bereit war, einen längeren Gastartikel für diesen Blog zu verfassen.

Ach ja… Sommerzeit bedeutet Urlaubszeit. Und damit verbunden all die schönen Vorfreuden, bis es auch tatsächlich soweit ist. Der Gedanke an Sandstrand, Meereswogen, Zikaden und duftende Pinienbäume, an leckeres Essen, nette Leute und die alles umgebende Gelassenheit, die in der Urlaubsresidenz von einem Besitz ergreift. Es sei denn, es kam schon vor Reiseantritt zu Minikatastrophen, vor denen keine Reise gefeit ist: Wo sind die Flugtickets? Wo die Bestätigung der Autovermietung? Wo die Vouchers für die Unterkunft? Ist die Sonnenbrille eingepackt? Strom zuhause abgestellt? An die Kreditkarte gedacht? Und die olle Auslandsreiseversicherung? Die Liste an Urlaubsdisastern kann riesig sein. Oder auch ganz klein. Vorausgesetzt, man hat ein paar Wochen vorher entsprechend vorgesorgt. Zum Beispiel mit Evernote.

Mit Evernote vor der Reise

Dreh- und Angelpunkt der digitalen Reisevorsorge ist ein separates Notizbuch in Evernote, das mit einem möglichst aussagekräftigen Namen ab jetzt steter Begleiter im Urlaub sein möge. Dieses wird, während die Vorbereitungen laufen, mit verschiedenen Notizen gefüllt, die thematisch Zusammengehöriges in sich vereinen. Zum Beispiel:

Vorschlag für eine Checkliste

Vorschlag für eine Checkliste

  • Notiz “Checkliste”: eine Notiz, die vor jeder Reise als Checkliste herhält und sämtliche Dinge in Listenform enthält, die man in der Eile beim Kofferpacken vergessen könnte: Sonnenbrille, Fotoapparat, Ladegerät, Visa-Karte, Sonnenschutz, die Lektüre, die man seit Monaten auf dem Nachtisch stehen hat und endlich lesen will. Die Aufstellung dieser ganzen Details ist zu Beginn gewiss etwas mühsam. Aber die Arbeit lohnt, da man die Liste problemlos für jede folgende Reise wiederverwenden kann. Eine Sonnenbrille braucht man ja schließlich bei jedem Urlaub. Oder eine Visa-Karte. Oder eine Lektüre, die man seit Monaten auf dem Nachtisch stehen hat und endlich lesen will.
  • Notiz “Organisation”: Hier finden sich Scans und Unterlagen aller Dokumente, die man normalerweise als Papierkopie im Koffer dabei hätte: Also Personalausweis oder Reisepass, Reiseversicherung, Flugtickets, Führungsgenehmigungen, Flugzeiten und Zugverbindungen etc. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann diese Unterlagen natürlich nach wie vor auch im Koffer in Kopie haben. Doppelt gemoppelt hält bekanntlich besser.
  • Notiz “Reise”: Hier sind sämtliche Informationen versammelt, die etwas mit der Reise an sich zu tun haben, also Routen-Screenshots von Google Maps, Nummern und Kontaktadressen von Hotels, Öffnungszeiten von Sehenswürdigkeiten oder die Abbildung von den Zigaretten, die Freundin Waltraud unbedingt aus Griechenland haben möchte.
Ra-Ru-Rick, Zaubertrick! Per Knopfdruck alle Dokumente in der Tasche

Ra-Ru-Rick, Zaubertrick! Per Knopfdruck alle Dokumente in der Tasche

Sind auf diese Weise alle Vorbereitungen gemacht und per Evernote synchronisiert, kommt der Clou (zumindest in der Premium-Version): Da im Ausland eventuelle Roaming-Gebühren fällig werden, definiert man per Tastendruck auf dem Smartphone das Reiseverzeichnis als privat. Sämtliche Notizen innerhalb dieses Verzeichnisses werden dadurch auf den Speicher des Smartphones heruntergeladen und stehen selbst in den entlegensten Ecken der Welt immer zur Verfügung.

Mit Evernote auf Reisen

Auch auf Reisen kann Evernote mit ein paar cleveren Features aufwarten. So lassen sich beispielsweise Schnappschüsse von Sehenswürdigkeiten, Schiffsablegestellen, Restaurants oder interessanten Läden ins Reisenotizbuch hochladen und mit GPS-Koordinaten versehen. Diese sind in Evernote über ein blau gefärbte “Karte” direkt über dem jeweiligen Bild abrufbar. Der Vorteil daran: Sollte man diese Orte einmal wieder aufsuchen wollen, lassen sie sich in Windeseile ausfindig machen, denn Evernote setzt die Koordinaten exakt um und präsentiert sie auf Knopfdruck auf einer Google-Landkarte.

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Die GPS-Funktion lässt sich direkt in der Kamera-Funktion der Evernote-App aktivieren.

Voraussetzung hierzu ist allerdings, dass die GPS-Funktion in Evernote aktiviert ist. Ansonsten mutiert die Suche nach den heißgeliebten Orten schnell zu einer anstrengenden Schnitzeljagd.

Mit einem kleinen Kniff lassen sich die Koordinaten der einzelnen Sehenswürdigkeiten sogar zu einer individuellen Route verknüpfen. Dafür muss man lediglich eines der Bilder mit den GPS-Koordinaten anklicken und auf die Darstellung durch Google Maps warten. Mit einem Klick auf den dortigen Routenplaner lassen sich neue GPS-Ziele hinzufügen, die mit weiteren Koordinaten gefüttert werden können. Die erhält man, indem man die restlichen Bilder bei Evernote mit einem Rechtsklick traktiert und die dortigen Koordinaten in Google Maps als Zwischenstop einfügt:

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Mit Rechtsklick die Koordinaten (die Ziffernfolge hinter “q=”, hier blau markiert) unter “Karte” ausspähen und in Google Maps als Zwischenstop einfügen. Fertig ist die Route!

Noch komfortabler ließe sich das mit Apps erzielen, die während die abgelaufenen Routen per GPS selbständig aufnehmen und abspeichern. Programme wie Runtastic zum Beispiel. Solche Apps sind zwar eigentlich vorrangig für das Aufnehmen von Jogging-Strecken gedacht, aber auf Reisen tun sie auch brav ihren Dienst. Die abgelaufene Route wird hinterher ebenfalls auf einer Google-Maps-Karte gespeichert und kann in Evernote exportiert werden.

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Einen Nachteil hat diese eigentlich sehr elegante Lösung dann aber leider schon: Vor allem beim ausgiebigen Flanieren wird Runtastic versuchen, die Karte zu aktualisieren und dabei scheitern, da das mobile Herunterladen von Daten im Ausland in der Regel unterbrochen ist. Roaming sei (Un-)Dank!

Herr Mess

 
Aug 062014
 
dropbox-verbinden

Link eintragen

In früheren Beiträgen gab es ja bereits gelegentlich Hinweise, wie man Evernote und Dropbox gemeinsam verwenden kann. Ein Beispiel aus seinem beruflichen Alltag beschreibt hier Michael Lanzinger, der inzwischen den Lesern des Blogs als Gastautor gut bekannt ist.

Neben meiner Tätigkeit als Rechtsanwaltsanwärter unterrichte ich auch an der Universität  und am WiFi-Bildungsinstitut  zu den Themen Privatrecht und Internetrecht.

Natürlich nutze ich Evernote, um meine Lehre zu organisieren sowie abzuhalten, Themen zu sammeln und generell einen Überblick zu behalten. Die anfallenden Dokumente, etwa PDF oder die Klausuren im Word-Dokument-Format, lagere ich allerdings dann doch lieber in Dropbox, da ich hier mit der Ordner-Struktur für mich mehr Ordnung habe. So ist bei mir auch das Anliegen entstanden, den jeweiligen Ordner gleich mit der Notiz verlinkt zu haben.

Vom Modus operandi her wird immer vor Semesterbeginn je (mindestens) eine Notiz pro Lehrveranstaltung sowie ein Ordner in Dropbox angelegt. Um bei den Lehrveranstaltungs-Notizen den Überblick zu behalten lege ich jede LVA-Notiz nach Typ (also z. B. ‘Vorlesung Grundlagen Privatrecht’) in ein eigens dafür angelegtes Notizbuch ab. Die Notiz selbst bekommt dann noch einen Hinweis auf das Semester im Titel, z. B. ‘WS 14′ für das Wintersemester 2014/15. So liegen dann alle Notizen für die Vorlesung „Grundlagen Privatrecht“ nach Semestern geordnet in einem Notizbuch. Natürlich kann man auch pro Semester und LVA ein eigenes Notizbuch anlegen, bei mir ist das allerdings derzeit nicht notwendig gewesen.

In der Dropbox gibt es ebenfalls die Gliederung nach LVA-Typen, allerdings erhält dort jede LVA pro Semester ihren eigenen Unterordner. Das heißt es findet sich in Ordner ‘Vorlesung Grundlagen Privatrecht’ ein Unterordner ‘WS 14′, in welchem sich alle Dokumente befinden, die ich benötige.

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Jul 302014
 
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neue Möglichkeiten

In der aktuellen Evernote-Prerelease [1] tauchen nun erstmals Kommentierungsmöglichkeiten für PDF-Dateien auf. Unter Mac und bei den mobilen Apps gibt es das schon länger, unter Windows konnte man bisher aber nur Webseiten und Grafiken mit Pfeilen, Rahmen, Leuchtmarkierungen usw. versehen. Diese Tools kann man nun also auch innerhalb einer PDF-Datei anwenden.

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Zeiten-Tools

In dem vertrauten Bearbeitungsfenster taucht nun zusätzlich eine Seitenleiste mit allen PDF-Seiten des Dokuments auf. Auf jeder Seite kann man beliebig viele Anmerkungen unterbringen, die nach dem Speichern übernommen werden (vor dem Start der Bearbeitung kann man sich entscheiden, ob man nur eine Kopie des Originals oder das Original selbst bearbeiten möchte). Zu den verschiedenen Bearbeitungsmöglichkeiten habe ich früher schon eine Reihe von Blogposts verfasst, so dass ich mir eine Doppelung hier erspare.

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Zusammenfassung

Erwähnenswert ist aber die “Summary-Seite”. Evernote generiert automatische eine Vorschauseite, die kurze Schnipsel den bearbeiteten Stellen als zusätzliche Seite in das PDF-Dokument aufnimmt. Neben Vorschaubildern und Seitenzahlen enthält diese Seite auch Sprungmarken, mit  einem Klick landet man direkt auf der editierten Seite. Außerdem wird eine kleine Legende generiert, so dass man z. B. die Anzahl der Frage- oder Okay-Symbole sofort sieht. Ebenfalls finden sich dort die Namen der Bearbeiter. Ruft man die bereits bearbeitete Datei zu einem späteren Zeitpunkt nochmals auf und ergänzt oder löscht Kommentierungen, so passt sich diese Vorschauseite automatisch an. Man kann auch jederzeit gespeicherte Markierungen verändern (z. B. Markierungen verschieben).

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Filter setzen

Hilfreich ist noch eine kleine Einstellung im Tool-Fenster, wenn in der rechten Seitenleiste alle Einzelseiten eines Dokumentes angezeigt werden: rechts unten in der Ecke kann man von “Alle Seiten” auf “Nur mit Anmerkungen versehene Seiten” umschalten. Wenn man also bei einem 200-Seiten-Dokument 8 Seiten mit Anmerkungen versehen hat, so werden durch den Filter nur diese 8 Seiten angezeigt, die man damit sofort im Blick hat. Die Bearbeitung lässt sich in den mobilen Evernote-Apps fortsetzen – und umgekehrt in den mobilen Apps beginnen und auf dem Desktop fortsetzen.

 

 

[1] Evernote-Desktop für Windows, 5.6.1.424

 
Jul 252014
 
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alles vorhanden

Die Archivierung von PDF-Dateien ist sicher eines der Haupteinsatzgebiete von Evernote. Nicht immer lohnt es sich, die gesamte Datei aufzubewahren – in einer umfangreichen Broschüre interessieren vielleicht nur einzelne Seiten. Umgekehrt hat man früher vielleicht viele einzelne Scans erzeugt, die man nun zu einem einzigen PDF-Dokument vereinen möchte. Oder man will ein ganzes Bilder-Verzeichnis ins PDF-Format konvertieren usw. Zwar haben die “großen” Programme wie z. B. Adobe Acrobat die dafür nötigen Funktionen, sind aber auch entsprechend teuer. Eine Toolbox, die klein, sehr flott und dazu noch kostenlos ist, nennt sich sich “PDF Sharper”. Damit kann man unter anderem

  • Texte und Bilder aus PDF-Dokumenten extrahieren und z. B. Word zur Verfügung stellen
  • Seiten drehen oder zuschneiden
  • Foto-Verzeichnisse in ein PDF-Dokument umwandeln
  • einzelne Seiten in eine neue Datei überführen
  • unterschiedliche PDF-Dokumente zu einer einzigen Datei vereinen
  • Passwörter in einem Rutsch vergeben usw.
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einfache Bedienung

Zwar bieten die einzelnen Funktionen nicht viele Einstellungsmöglichkeiten, funktionieren dafür aber außerordentlich schnell. Selbst wenn Sie beispielsweise hundert Bilder zusammenführen, sollte das in einer Sekunde erledigt sein. Die Bedienung ist generell sehr einfach: man wählt einzelne Dateien oder Verzeichnisse aus und startet die gewünschte Funktion. Sofern man also noch kein größeres PDF-Bearbeitungsprogramm hat, lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf diese Tools.

Kleiner Hinweis: Bei der Standardinstalltion wird Skype mit-installiert – das können Sie vermeiden, indem Sie das Häkchen bei “custom” setzen.

 
Jul 252014
 
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beide Formate scannen

Wenn Sie verschiedene Papierformate mittels der Evernote-Dokumentenkamera in eine Notiz aufnehmen wollen, so müssen Sie sich nicht den Kopf über die Ausrichtung zerbrechen: Evernote erkennt die “Schriftrichtung” automatisch und dreht das Bild korrekt ohne Ihr Zutun. Das klappt auch bei gemischten Vorlagen innerhalb der gleichen Notiz.

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einfach scannen

Wenn Sie beispielsweise zunächst einen gängigen Geschäftsbrief aufnehmen und anschließend die beigefügte Tagesordnung, die vielleicht in zwei Spalten quer gedruckt wurde, so müssen Sie weder Papiervorlage noch Smartphone drehen. Fotografieren Sie einfach in der gleichen Haltung weiter – die zweite Seite dreht Evernote automatisch, so dass Sie in der endgültigen Notiz Die Scans korrekt ausgerichtet lesen können (ich habe das jetzt nur unter iOS getestet, denke aber, dass es so auch in den anderen mobilen Apps von Evernote klappt.

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innerhalb der Notiz

Falls Sie dennoch lieber Vorlage und Smartphone drehen möchten – auch kein Problem. Rahmen und Auslösebutton verändern zwar die Position nicht, aber auch in diesem Fall erscheint das Schriftstück in der Notiz korrekt.

 

 

 
Jul 222014
 
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unterschiedliche Links

Ab sofort ist es auf iPhone und iPad möglich, private Links zu erstellen. Die Option verbirgt sich im Freigabemenü (“Link freigeben”). Bisher konnte man nur öffentliche Links zu einer Notiz erstellen, um z. B. rasch den Inhalt via Twitter zu posten. Die privaten Links sind hingegen die bekannten internen Links, die nicht “über das Web” laufen, sondern z. B. für Inhaltsverzeichnisse oder Wiki-ähnliche Verknüpfungen innerhalb der eigenen Notizen genommen werden. Entsprechend beginnen diese Links nicht mit “http://” sondern mit “evernote://”.

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privater Link

Nach der Auswahl “Privater Link” kopiert Evernote automatisch die Zeichenfolge in die Zwischenablage. In der neuen Notiz nimmt man die übliche Einfügefunktion (im Editiermodus Stelle gedrückt halten). Wie von der Desktop-Version gewohnt wird “sichtbar” die Überschrift der verknüpften Notiz eingefügt, darunter verbirgt sich der längere interne Link. Die Navigation mit solchen internen Links ist naturgemäß blitzschnell – es muss ja nicht der Umweg über das Web gegangen werden.

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Datum und Uhrzeit dabei

Die zweite Neuerung betrifft den ToDo-Modus in der iOS-Anwendung. Wenn man bisher damit eine Aufgabenliste erstellte, musste man – sofern gewünscht – in einem Extra-Schritt Einzelheiten zu den Erinnerungen setzen. Ab sofort werden bei der Erstellung der Aufgabenpunkte Datums- und Uhrzeit-Felder angezeigt, man spart sich also einen Schritt. Nach wie vor kann man aber “in einem Rutsch” die Aufgabenpunkte rasch hintereinander eingeben.