Apr 242014
 
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Und es geht doch!

Wer sich auch nur ein wenig mit dem Thema “papierloses Büro” befasst, wird rasch auf den Bereich der Dokumentenscanner stoßen, hier meist auf die ScanSnap-Serie und insbesondere auf das Modell “ScanSnap ix500″. Über diese Geräte ist schon sehr viel geschrieben worden, vom erwähnten Modell bringt Evernote auch eine eigene Edition heraus, die Scans sofort in die passenden Notizbücher einordnet. Ausgesprochen schnell, sehr präzise, sehr gute Scan-Ergebnisse – hier mal stellvertretend der Link zu einem ausführlichen Erfahrungsbericht.
Nun können derartige Scanner auch via Wlan zu PC, Mac und Tablet senden, aber die eigentliche Texterkennung geschieht nur via Desktop, weil Software wie z. B. Abbyy Finereader zum Einsatz kommt. Die mobile Software fängt die “pure” Scan-PDF ein, ohne durchsuchbaren Text. Das ist zwar nicht ganz so tragisch, denn auch mit den mobilen Apps kann man die erzeugte Datei an Evernote übergeben – und Evernote führt ja die Texterkennung durch. Trotzdem möchte man gelegentlich OCR sofort durchführen, z. B. um via Dropbox in die lokalen Evernote-Notizbücher zu syncen oder den exportierten Text im Zug auf dem Tablet zu bearbeiten usw.

Da ich seit zweit Tagen stolzer Besitzer eines solchen Dokumentenscanners bin, habe ich es gleich mal ausprobiert (unter iOS). Funktioniert tadellos, man kann also den Desktop ganz ausgeschaltet lassen, die Post aus dem Briefkasten nehmen, im Flur einscannen, das Papier entsorgen – und hat dennoch überall durchsuchbare Dateien zur Hand. Im Video zeige ich den Workflow.

Sehr viele Einsatzbeispiele eines Dokumentenscanners zusammen mit Evernote finden sich bei Roadworkr.

 
Mrz 192014
 
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unter der Lupe

Heute mal ein kurzer Blick hinter die Kulissen: Wie funktioniert die Texterkennung bei Evernote? Oft sind Anwender, die neu mit Evernote beginnen, erstaunt, dass Texte in Fotos oder von handschriftlichen Notizen wirklich gut gefunden werden. Heutige Software erledigt das zwar generell ganz gut bei “klaren” Vorlagen, etwa einem gut ausgeleuchteten Schriftstück aus dem Drucker. Es kommen dabei u. a. verschiedene Näherungsverfahren zum Einsatz, z. B. Häufigkeitsstatistiken, Kontext (was steht vor und nach dem zu erkennenden Wort) usw. Abschließend trifft die Software die Entscheidung für die wahrscheinlichste Variante und setzt diese in den erzeugten Text ein. Und entweder stimmt das Wort dann – oder eben nicht.

Für Evernote steht aber nicht die Erzeugung eines flüssig lesbaren Textes im Vordergrund, die Software möchte vielmehr sicher gehen, dass bei einer Suche auch wirklich die Notiz gefunden wird. Daher weist sie nicht eindeutig zu erkennenden Begriffen mehrere Bedeutungen zu. Als Beispiel mag der oben abgebildete Text dienen. Für das menschliche Gehirn natürlich problemlos zu entziffern, die “Maschine” hingegen kämpft mit der Biegung der Buchseite, mit einer ungleichmäßigen Beleuchtung, mit einem groben Papier usw. Evernote fügt daher zu der wahrscheinlichsten “Übersetzung” noch Alternativen hinzu. “Wir stellen …”: hier erkennt Evernote zwar “stellen”, nimmt aber ebenfalls die Begriffe “steilen” und “steTen” in seinen Suchindex auf. “In jeden Topf” wird ergänzt mit “Top!” und “Top”; “geben wir” mit “gehen” usw.

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der Code dahinter

Das ist der Grund, weshalb man bei den meisten Evernote-Notizen nicht einfach den erkannten Text exportieren kann, man würde einen sehr holprigen Text erhalten.

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Text speichern

Im Unterschied zu Fotos kann man bei PDF-Dokumenten, die gut für Evernote zu erkennen waren, hingegen Glück haben. Sofern man über einen Premium-Account verfügt, erscheint bei diesen Dateien (meist mit zeitlicher Verzögerung) ein zusätzlicher Menüpunkt: “Durchsuchbares PDF-Dokument speichern”. Die gespeicherte Datei enthält dann den “puren” Text, den man via Zwischenablage in andere Programme übernehmen kann.

 
Mrz 122014
 
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Rezept auf Packung

Die meisten Leser wissen ja, dass ich eher mit iPhone und iPad unterwegs bin. Aber da es im real-Markt vor einigen Tagen das Lumia 520 für 95,- Euro gab, habe ich da auch mal einen näheren Blick drauf geworfen (das Gerät ist für diesen Preis außergewöhnlich gut). Evernote hat unter Windows Phone einige Besonderheiten, z. B. eigene Entwürfe als Kachel zu definieren und mit Funktionen auszustatten.

Jedenfalls fiel mein Blick in der Foto-App auf den eingebauten “Bing-Scan”, der neben Strich- und QR-Code-Erkennung auch OCR verspricht. Und ich muss sagen: tolle Ergebnisse! Sogar bei schwachem Licht und kleiner Schrift ist die Erkennungsrate außerordentlich gut. Ausprobiert habe ich das mal eben aus der freien Hand, Stehlampenlicht, Rezept auf der Rückseite einer Pfanni-Packung – und schwuppdiwupp konnte ich den Text via Zwischenablage in Evernote aufnehmen.

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rasch kopiert

Das ist jetzt natürlich nur ein Beispiel, aber bei dieser Erkennungsrate kann es durchaus auch Spaß machen, Stellen aus Büchern oder Zeitschriften schnell mal in einer Notiz zu archivieren.

Aber da wir gerade beim Thema “Rezepte” sind: Wenn man der oben beschriebene Evernote-Notiz jetzt noch ein Schlagwort wie “Rezeptidee” angehängt hätte, würde der Inhalt von Evernote-Food erkannt und eingeordnet werden. Okay, das gibt es momentan nur für Andorid oder iOS, aber vielleicht hat man ja neben seinem Lumia noch Tablet mit einem dieser Betriebssysteme.