Sep 022014
 
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Möglichkeiten nutzen

Viele meiner Studenten gestalten ihre Klausurvorbereitungen mit Bergen von Papier und Leuchtmarkern. Obwohl Vorlesungsskripte seit vielen Jahren nur noch digital zur Verfügung gestellt werden. Prinzipiell ist gegen diese Art der Vorbereitung auch nichts einzuwenden, aber oft werden die zahlreichen Möglichkeiten übersehen, Dokumente von Anfang an besser aufzubereiten. Ich habe schon an etlichen Stellen Evernote als hilfreiches Recherche- und Ablagesystem für ein Studium beschrieben, heute kümmern wir uns mal um die Frage, ob man nicht von Anfang an “hilfreichere” Dokumente speichern kann. So gibt es für alle Tablet-Systeme – ob nun Windows 8, Android oder iOS – Apps mit zahlreichen Zusatzfunktionen, die sich als nützlich für unser Vorhaben erweisen können. Da ich ein iPad verwende, illustriere ich das am Beispiel der recht guten App “GoodNotes 4.3″.

Zwischen den Zeilen
Recht viele Apps bieten die Möglichkeiten, gewohnte Markierungen, Unterstreichungen usw. in PDF-Dokumenten vorzunehmen. Hier spielt ein Tablet auch seine Vorteile gegenüber Papier aus: durch die Zoom-Möglichkeiten kann man auch bei Seiten mit wenig Leerraum Einfügungen vornehmen. Im Falle von GoodNotes sogar im Vektor-Format, so dass später auch auf dem Bildschirm kleinste Einfügungen ohne Verluste vergrößerbar sind. Eine automatische Handballen-Erkennung sorgt dafür, dass man ein gutes Schreibgefühl hat.

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kleine Schrift ganz groß

Mehr als Papier
Der Schwerpunkt von GoodNotes liegt eigentlich auf dem Anfertigen von handschriftlichen Notizen. Diese “Mit-Schriften”, die man bei den meisten Vorlesungen anfertigt, sind ja auch sinnvoll. In Stichpunkten und kurzen Skizzen hält man Inhalte fest und kann dabei oder anschließend überprüfen, ob man den Stoff auch wirklich verstanden hat. Aber genügt da nicht Papier und Stift. Sicher. Altbewährt, preiswert, man wird nicht durch Technik abgelenkt usw. Dennoch lohnt es sich, einen Blick auf die Besonderheiten der Tablet-Apps zu werfen.

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Handschrift wird erkannt

Wer oft technische Zeichnungen in seine handschriftlichen Notizen aufnehmen muss, der wird von den Auto-Form-Möglichkeiten (1) GoodNotes angetan sein: ein krummer Strich wird zur Geraden, ein Oval mit einer Delle zum Kreis, das schräge Viereck zum Rechteck usw. Für die handschriftliche Erfassung (2) gibt es viele Besonderheiten: ein Zoom-Fenster mit Auto-Vorschub, ein Radierer, der von selbst wieder zum Stift wird, Farben, Schriftstärken, ein Lasso für das Verschieben von Elementen usw. usw. Ganz neu dabei: die sofortige Erkennung der Handschrift (3). Zwar übernimmt das später Evernote beim Archivieren, aber schon während des Schreibens kann so im gesamten Notizbuch gesucht werden. Auf Wunsch wird die Schrift auch konvertiert und z. B. über die Zwischenablage in eine Textverarbeitung übertragen. Und unkompliziert kann man jeden Screenshot oder jedes Fotos (z. B. vom Tafelaufschrieb) direkt im Notizblatt aufnehmen und annotieren (4).

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Jul 302014
 
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neue Möglichkeiten

In der aktuellen Evernote-Prerelease [1] tauchen nun erstmals Kommentierungsmöglichkeiten für PDF-Dateien auf. Unter Mac und bei den mobilen Apps gibt es das schon länger, unter Windows konnte man bisher aber nur Webseiten und Grafiken mit Pfeilen, Rahmen, Leuchtmarkierungen usw. versehen. Diese Tools kann man nun also auch innerhalb einer PDF-Datei anwenden.

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Zeiten-Tools

In dem vertrauten Bearbeitungsfenster taucht nun zusätzlich eine Seitenleiste mit allen PDF-Seiten des Dokuments auf. Auf jeder Seite kann man beliebig viele Anmerkungen unterbringen, die nach dem Speichern übernommen werden (vor dem Start der Bearbeitung kann man sich entscheiden, ob man nur eine Kopie des Originals oder das Original selbst bearbeiten möchte). Zu den verschiedenen Bearbeitungsmöglichkeiten habe ich früher schon eine Reihe von Blogposts verfasst, so dass ich mir eine Doppelung hier erspare.

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Zusammenfassung

Erwähnenswert ist aber die “Summary-Seite”. Evernote generiert automatische eine Vorschauseite, die kurze Schnipsel den bearbeiteten Stellen als zusätzliche Seite in das PDF-Dokument aufnimmt. Neben Vorschaubildern und Seitenzahlen enthält diese Seite auch Sprungmarken, mit  einem Klick landet man direkt auf der editierten Seite. Außerdem wird eine kleine Legende generiert, so dass man z. B. die Anzahl der Frage- oder Okay-Symbole sofort sieht. Ebenfalls finden sich dort die Namen der Bearbeiter. Ruft man die bereits bearbeitete Datei zu einem späteren Zeitpunkt nochmals auf und ergänzt oder löscht Kommentierungen, so passt sich diese Vorschauseite automatisch an. Man kann auch jederzeit gespeicherte Markierungen verändern (z. B. Markierungen verschieben).

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Filter setzen

Hilfreich ist noch eine kleine Einstellung im Tool-Fenster, wenn in der rechten Seitenleiste alle Einzelseiten eines Dokumentes angezeigt werden: rechts unten in der Ecke kann man von “Alle Seiten” auf “Nur mit Anmerkungen versehene Seiten” umschalten. Wenn man also bei einem 200-Seiten-Dokument 8 Seiten mit Anmerkungen versehen hat, so werden durch den Filter nur diese 8 Seiten angezeigt, die man damit sofort im Blick hat. Die Bearbeitung lässt sich in den mobilen Evernote-Apps fortsetzen – und umgekehrt in den mobilen Apps beginnen und auf dem Desktop fortsetzen.

 

 

[1] Evernote-Desktop für Windows, 5.6.1.424