Jan 172014
 
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nun AES-128

Mit dem heutigen Update (Evernote 5 für Windows, 5.1.1.2334) hat auch eine stärkere Verschlüsselung Einzug gehalten. Bisher konnten Texte in einer Notiz mit AES-64 verschlüsselt werden, ab sofort mit AES-128. Diese Verschlüsselung erfolgt über die Evernote-Software auf dem eigenen Computer, nicht online.

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rasch erledigt

Neue Texte werden automatisch mit AES-128 verschlüsselt, aber wie sieht es mit Notizen aus, die man zu einem früheren Zeitpunkt bereits verschlüsselt hat? Die Umstellung muss man zwar “per Hand” vornehmen, aber auch dafür gibt es eine Erleichertung per Suchparameter.

1. Alte verschlüsselte Notizen finden: Suchparameter “encryption:” (mit Doppelpunkt) sollte diese ausfindig machen.
2. Text mit dem bisherigen Passwort entschlüsseln.
3. Text markieren und neues Passwort vergeben (also z. B. statt “abc” jetzt “abcd” verwenden).
4. Erledigt

Hinweis: Die Verschlüsselung wird bei markiertem Text mit Strg+Shift+X aufgerufen und ist eine Premium-Funktion.
Bonus-Hinweis 2: “abc” und “Name des Hundes” sind keine nachzuahmenden Beispiele – um es mit Sheldon zu sagen “1234 ist kein (!) sicheres Passwort” ;-)

 
Okt 302013
 
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auch mobil

Durch die Medienberichte der letzten Tage wissen wir nicht nur, dass u. a. USA und Großbritannien mit einer beispiellosen Arroganz Wirtschaftsspionage usw. bei uns betreiben, wir sehen auch am “Modell Merkel”, was es ihnen so leicht macht: Es gibt recht gute Verschlüsselungstechniken, aber keiner hat so recht Lust, diese ständig anzuwenden. In meinem privaten Umfeld sieht es nicht viel anders aus: Während sich beim Whatsapp-Dienst ca. 40 Leute aus meinem Bekanntenkreis tummeln, sind es bei der verschlüsselten Alternative aus der Schweiz “Threema” gerade mal 2 Personen. Ob Truecrypt, Boxcrypt, PGP usw. – all das stellt im Alltag eine gewisse Hemmschwelle dar. Was wäre nun eine möglichst einfache Verschlüsselungsvariante für Evernote, die nicht viele Umstände macht?

Momentan kann man den Text in Notizen, sofern man über einen Premium-Account verfügt, zusätzlich verschlüsseln. Für Anhänge wie PDF- oder Word-Dateien muss man, sofern einem da Verschlüsselung wichtig ist, selber sorgen. (Das wird sich demnächst ändern, da Evernote weitere Verschlüsselungsverfahren ins Hauptprogramm einbauen will.) Nun haben zwar fast alle Programme – MS-Office, OpenOffice, Adobe Acrobat usw. usw. – eigene Verschlüsselungsmöglichkeiten eingebaut, aber jedes Mal muss man sich wieder mit den entsprechenden Optionen beschäftigen. Außerdem ist es für Evernote-Anwender wichtig, dass man solche Dateien nicht nur auf dem Desktop, sondern auch auf den mobilen Geräten wieder entschlüsseln kann, sonst kommt man ja unterwegs nicht an seine Informationen ran.

Mein Tipp: Für sensible Daten das alte aber immer noch gute ZIP-Archiv zu verwenden (oder RAR usw.). Die Vorteile:

  1. Es ist einfach und per Mausklick nutzbar.
  2. Egal ob PDF, Excel, Word oder exotische Grafik-Formate – da passt alles rein.
  3. Man muss sich nur eine Art/einen Bedienvorgang für die Ver- und Entschlüsselung merken.
  4. Der Verschlüsselungsgrad (AES 256) ist recht hoch und erfüllt auch die Sicherheitsstandards von staatlichen Stellen.
  5. Man kann die verschlüsselten Anhänge auch auf seinem Mobilgerät öffnen (was allerdings je nach Umgebung die Sache wieder unsicherer machen kann).

Das Vorgehen

Dateien in ZIP-Archive zu packen kann zwar Windows von Haus aus erledigen, aber da wir auch die Verschlüsselungsfunktion benötigen, müssen wir zu einem ZIP-Tool greifen. Das Verfahren ist standardisiert, es ist also für Alltagszwecke egal, welches Tool man nimmt. Ich persönlich bin WinZIP gewohnt, das kostenlose Open-Source-Programm “7-ZIP” erfüllt den Zweck aber auch. Diese Tools muss man sich nur ein einziges Mal installieren, danach kann man die gewünschten Dateien per rechten Mausklick packen und noch ein Passwort vergeben. Ein entsprechendes Notizblatt könnte beispielsweise so aussehen:

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verschlüsselter Anhang

Es geht ja nicht darum, alles ständig zu verschlüsseln, sondern eher um sensible Einzeldateien: Adresslisten, Steuerbelege, Angebote usw. Kochrezepte, Whiteboard-Schnappschüsse, Vorlesungsskripte, Infos von Webseiten usw. nimmt man weiterhin unverschlüsselt in Evernote auf.

Unterwegs

Nehmen wir an, man benötigt unterwegs dringend eine Info aus einer solchen verschlüsselten Datei. Kein Problem. Bei iPhone/iPad öffne ich einfach die Notiz in der Evernote-App und übergebe mit dem “öffnen in”-Pfeil den Anhang an eine App, die verschlüsselte ZIP-Dateien öffnen kann. Eine sehr gute kostenlose App, die sehr viel mehr kann und ohnehin von vielen iOS-Anwendern eingesetzt wird, ist “Documents” von Readdle.

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öffnen in “Documents”

Documents entpackt alle Dateien in einem eigenen Pfad, so dass man sie durchblättern und danach löschen kann. Es gibt auch Apps für den umgekehrten Vorgang – auf dem mobilen Gerät ZIP-Dateien samt Passwort zu erstellen und dieses Archiv dann an Evernote zu übergeben. Aber der häufigere Fall wird die Verschlüsselung auf Notebook oder Desktop-PC sein. (Für Android gibt es sicher auch entsprechende Apps – evtl. kann für dieses Betriebssystem ein Leser eine Anwendung in den Kommentaren nennen.)